Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

zeitgleich wird dieser Tage gemeldet: Die Spitzenmanager der börsennotierten Großkonzerne im Land haben 2011 noch höhere Millionengehälter kassiert als schon zuvor. Mit 17,5 Millionen Jahreseinkommen liegt VW-Vorstand Martin Winterkorn an der Spitze. Das Institut für Arbeit und Qualifikation meldet unterdessen andere Millionensummen: Rund 2,5 Millionen Menschen haben 2010 weniger als sechs Euro pro Stunde verdient, 1,4 Millionen Menschen sogar weniger als fünf Euro. Und neben der Meldung über die Millionensummen für die Topmanager findet sich die Nachricht: „Renten steigen ab 1. Juli“ – allerdings gleicht die Erhöhung nicht einmal die Inflationsrate aus – Kommentar Seite 15.
Die Spardiktate von EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds treiben die Menschen in Griechenland in die Arbeitslosigkeit, in Armut und Obdachlosigkeit. Zugleich werden Tarif- und Arbeitsrechte ausgehebelt, wird versucht, die Arbeit der Gewerkschaften zu untergraben. Eine Reportage aus Athen auf den Seiten 12 und 13.
Der Möbelkonzern IKEA lässt nahezu weltweit Menschen für sich arbeiten, allerdings zu sehr unterschiedlichen Bedingungen. In der Türkei etwa versucht das IKEA-Management die Gewerkschaftsarbeit im Betrieb zu verhindern, bislang mit Erfolg. Anfang März haben sich Vertreterinnen und Vertreter von 20 Gewerkschaften aus 14 Ländern in Istanbul getroffen und eine Allianz gegründet. Sie wollen erreichen, dass die Rechte der IKEA-Beschäftigten in den verschiedenen Ländern denen in Schweden und Deutschland angeglichen werden – Bericht Seite 8.
In der ver.di PUBLIK GENERATIONEN, Seiten G 1 bis G 8, geht es unter anderem um Humor in der Gewerkschaftsarbeit. Na dann.
Die nächste ver.di PUBLIK erscheint Mitte April. Bis dahin Ihnen und Euch eine gute Zeit

Maria Kniesburges, CHEFREDAKTEURIN DER VER.DI PUBLIK