G20

Inszeniertes Schauspiel der Macht

Großdemonstration anlässlich des Gipfeltreffens in Hamburg

Am 7. und 8. Juli treffen sich hochrangige politische Vertreter/innen von 19 so genannten Industrie- und Schwellenländern sowie der EU in Hamburg. Im vergangenen November hat Deutschland die Präsidentschaft der G20 für ein Jahr übernommen. "Ein inszeniertes Schauspiel der Macht", kritisieren Gegner/innen dieses Treffen. Sie haben für den 8. Juli zu einer Großdemonstration in Hamburg aufgerufen, auch ver.di-Bezirke und -Fachbereiche unterstützen die Veranstaltung. Erwartet werden zehntausende Teilnehmer/innen.

In einem Aufruf zur Demonstration werden die "dramatischen Ausmaße" der sozialen Spaltung der Welt bemängelt. Doch nicht nur im globalen Maßstab gebe es diese Spaltung, sie durchziehe auch die einzelnen Gesellschaften. Diese Probleme würden nicht angegangen, sondern durch Freihandelsabkommen noch verschärft.

Strukturen kritisiert

"Auf ihrem jährlichen Gipfel reden die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten über ,Bekämpfung von Fluchtursachen', aber keines der großen Herkunftsländer sitzt am Tisch. Sie reden über ,Partnerschaft mit Afrika', aber es fehlt fast der gesamte Kontinent. Sie reden über den Klimawandel, vertreten aber die Interessen der Erdöl-, Kohle- und Autoindustrie. Sie reden über Frieden, sind aber selbst die größten kriegsführenden und rüstungsproduzierenden Staaten", heißt es weiter in dem Aufruf der G20-Gegner / innen.

Sie kritisieren nicht einzelne Personen, sondern die Verhältnisse und Strukturen, die diese Politik hervorbringen. Daher wollen sie bei der Demonstration in der Hansestadt ihre "Ablehnung der kalten und grausamen Welt des globalen Kapitalismus" deutlich machen - und ihr "Verlangen nach einer Welt des Friedens, der globalen Gerechtigkeit und der grenzenlosen Solidarität" unterstreichen.

Mehr Informationen zum Aufruf, zur Anreise mit Bus und Bahn sowie Materialien unter www.g20-demo.de. Für die Woche vor dem Gipfel sind verschiedene Veranstaltungen geplant, darunter ein Alternativ-Gipfel. red