Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Foto: rk

wer die meist bösen Folgen der ungebremst fortschreitenden Privatisierung öffentlicher Infrastruktur zu tragen hat, zeigt sich gerade wieder auf den Flughäfen in Spanien. Zum Beispiel am Flughafen El Prat in Barcelona. Dort sind die Beschäftigten eines privaten Sicherheitsunternehmens, das für die Sicherheitskontrollen zuständig ist, in den Streik getreten. Wegen miserabler Arbeitsbedingungen und nicht minder miserabler Bezahlung. 800 bis 1.100 Euro brutto bekommen die Beschäftigten für ihre so anstrengende wie verantwortungsvolle Arbeit. Und wie es bei Privatisierungen meistens der Fall ist, gab es bei den Sicherheitskontrollen einen massiven Personalabbau: Obwohl die Zahl der Passagiere von 2009 bis 2016 um 60 Prozent gestiegen ist, hat die Firma die Zahl der Beschäftigten in den Kontrollen um mehr als ein Viertel verringert. Das kann gefährlich werden. Abermals wird gespart auf Kosten der Beschäftigten - und der Passagiere. Die Gewerkschaften haben weitere Streiks angekündigt. Der Bericht auf Seite 8.

Dem Konzernbetriebsrat eines gemeinnützigen Trägervereins sozialer Einrichtungen ist es gelungen, mit dem Arbeitgeber Regelungen zu vereinbaren, die der Eindämmung befristeter Arbeitsverhältnisse im Konzern dienen. Dafür wurde der Betriebsrat für den diesjährigen "Deutschen Betriebsräte-Preis" der Zeitschrift "Arbeitsrecht im Betrieb" nominiert. Und mit ihm fünf weitere Betriebsräte aus dem ver.di-Organisationsbereich, die erfolgreiche Projekte vorzuweisen haben. Projekte im Sinne und im Dienste der Beschäftigten. Beispiele, die zeigen, wie wichtig die Betriebsratsarbeit ist. Und wie wichtig daher auch die Betriebsratswahlen sind. Die stehen turnusgemäß wieder im nächsten Frühjahr an. Und ihre Vorbereitung beginnt jetzt. Nachzulesen auf den Seiten 12 und 13.

Die nächste ver.di publik erscheint Ende Oktober. Bis dahin Ihnen und Euch eine gute Zeit.

Maria Kniesburges, Chefredakteurin der ver.di publik