Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

die Methoden werden immer ausgefeilter – und böser. Oftmals mit Hilfe eigens darauf spezialisierter Anwaltskanzleien versuchen Arbeitgeber, die Beschäftigten zu drangsalieren und einzuschüchtern, die sich für die betriebliche uns gewerkschaftliche Interessenvertretung im Betrieb einsetzen. Da wird ein Kollege mit Kündigungsversuchen überzogen, nachdem er die erste Betriebsratswahl im Unternehmen maßgeblich mit initiiert hatte. In München mussten erst die Gerichte eingeschaltet werden, bevor bei der Textilkette Massimo Dutti eine Betriebsratswahl erfolgen konnte. Aber es gibt auch große Erfolge beharrlicher Betriebsratsarbeit zu verzeichnen. Und dafür wurde gerade wieder der „Deutsche Betriebsrätepreis“ verliehen, zum Beispiel an den Betriebsrat der Duisburger Ikea-Niederlassung. Bericht auf Seite 5.

Seit Wochen schon gehen die Menschen in Chile zu Tausenden auf die Straße, protestieren gegen die verheerenden, ja menschenverachtenden Folgen der seit Jahrzehnten verfolgten neoliberalen Politik im Land. Unter der Militärdiktatur des Augusto Pinochet war Chile in den 1970er Jahre zum Musterland des Neoliberalismus umgebaut geworden. Unter tatkräftigem Einsatz der in den USA geschulten „Chicago Boys“. Und das hieß vor allem: Privatisierung. Es traf das Gesundheitswesen und das Rentensystem, die Bildung, ja sogar das Trinkwasser. Dagegen stehen die Menschen nun auf – trotz brutaler Polizeigewalt gegen sie. Bericht auf Seite 8.

Die ver.di Jugend ist aktiv gegen das Vergessen. Seit Jahren schon gibt es die gemeinsamen Fahrten in ehemalige Konzentrationslager wie die heutige Gedenkstätte Buchenwald und auch eine Reihe von Seminaren zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Erfahrungsberichte auf den Seiten J 1, J 4 und J 5.

Die nächste „ver.di publik“ erscheint Anfang Februar. Herausgeber und Redaktion wünschen Ihnen und Euch eine schöne Weihnachtszeit und ein gutes neues Jahr!

Maria Kniesburges
Chefredakteurin der ver.di publik