Pressestimmen


Frankfurter Rundschau 2. Mai 2007

Alte Musik

Der wachsenden Zahl der prekär Beschäftigten - also derjenigen, die sich mit Zeit-, Werk-, Honorar- oder gar keinen Verträgen durchs Arbeitsleben schlagen - wird das gesamte Ritual der Mai-Demonstrationen so folkloristisch vorkommen wie die Bergmannskapelle, die das alte Arbeiterlied "Brüder zur Sonne zur Freiheit" intonierte. [...] Man kann den Gewerkschaften nicht vorwerfen, sie redeten an diesen Verwerfungen vorbei. Es ist spürbar, dass sie auch die Menschen zu erreichen suchen, die für den Rückgang der Arbeitslosigkeit mit unsicheren Jobs oder Dumpinglöhnen einen hohen Preis zahlen. Aber das die "Arbeiterbewegung" schon da angekommen wäre, wo die Musik der Gegenwart spielt, kann man auch nicht behaupten.


Welt am Sonntag 29. April 2007

Bei der Telekom kommt es dicke

Ist ein Streik für ver.di auch eine gute Methode, um mal wieder ein paar neue Mitglieder zu gewinnen?

Bsirske: Streik ist kein Selbstzweck und nie eine Aktion mit eingebauter Erfolgsgarantie. Ein Streik ist eine verschärfte Auseinandersetzung bei unterschiedlichen Interessen, wenn eine Lösung am Verhandlungstisch nicht gefunden werden konnte. Da muss es schon ziemlich dicke kommen. Und bei der Telekom kommt es dicke

Frank Bsirske ist ver.di-Vorsitzender


Die Tageszeitung 9. Mai 2007

Zähne zeigen

Alle Telefone stehen still, wenn dein starker Arm es will. Zumindest die der Deutschen Telekom. [...] Zwar ist der [...] Streik bei der im Lande wenig beliebten Telekom ein reiner Abwehrkampf der Gewerkschaften, dennoch zeigen die Streikankündigungen: Trotz Globalisierung und Flexibilisierung sind die Gewerkschaften nicht so zahnlos wie sie oft erscheinen - wenn sie gut organisiert sind und neuralgische Punkte bestreiken können, die für das Funktionieren der modernen Wirtschaft unabdingbar sind.


Berliner Zeitung 10. Mai 2007

Messlatte auf riskanter Höhe

Mit einer beeindruckenden Zustimmungsrate [...] zieht Verdi in den Kampf. [...] Die Wut und das Unverständnis unter den betroffenen Mitarbeitern ist riesig und damit auch die Erwartung, dass sich für sie alles doch noch zum Besseren wendet. Die Messlatte hat sich Verdi mit diesem Abstimmungsergebnis auf eine riskante Höhe gelegt. [...] Das Risiko für Verdi, nach einem möglicherweise äußerst erfolgreichen Streik perspektivisch schlechter dazustehen als vor dem Arbeitskampf, ist enorm groß.