Mein Arbeitsplatz: Wolfgang Zügel

Im Newsroom

Wolfgang Zügel (57) ist stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft der Berliner Morgenpost

Foto: MAICHEL DUTTA

Mein Arbeitstag beginnt gegen 10 Uhr. Zunächst lese ich in meinem Büro im zehnten Stock des Axel-Springer-Hauses Post, E-Mails und die Zeitungen der Konkurrenz. Dann sehe ich mir an, welche Themen die Kollegen der Welt für die kommende Ausgabe vorgesehen haben. Auch der Seitenplan der Berliner Morgenpost liegt bereits vor, an dem ich sehe, wie viel Platz wir haben, wo Anzeigen erscheinen sollen.

Schon vor 30 Jahren kam ich nach Berlin, arbeitete nach dem Volkswirtschaftsstudium unter anderem für die taz und als Pressesprecher. Vor acht Jahren wechselte ich zur Welt, dann zur Berliner Morgenpost.

Gegen 11 Uhr fahre ich mit dem Fahrstuhl in den 14. Stock zu meinem zweiten Arbeitsplatz im Newsroom. In dem 400 Quadratmeter großen Raum stehen sechs Tische, an denen der Chef vom Dienst, die Layouter, die Chefredakteure, die Verantwortlichen Redakteure der Onlineseiten und der Zeitungen Welt kompakt, Berliner Morgenpost, Welt und freitags auch Welt am Sonntag arbeiten. Über Monitore an der Decke verfolgen wir Nachrichtensendungen im Fernsehen. Kommt eine Eilmeldung über die Agenturen, kann es passieren, dass die Chefredakteure quer durch den Raum rufen.

An meinem Tisch sitzen die Blattmacher des Wirtschaftsteils der vier Zeitungen und der Onlineseiten. Wir besprechen, wie jeder ein Thema anpackt. Angepasst an das Medium werden tagsüber Zeitungsartikel ins Netz gestellt, abends wird die komplette Ausgabe übernommen. Auch im Newsroom verschaffe ich mir zuerst einen Überblick, sehe mir unsere Internetseiten an, lese Agenturmeldungen. Unsere Korrespondenten schicken Vorschläge für Artikel, ganz wichtig sind die aus den USA. Ab 13 Uhr kann ich mit den Kollegen telefonisch Details absprechen, dann ist es dort 7 Uhr morgens. Um 12 Uhr findet die Redaktionskonferenz der Morgenpost statt. Anschließend gehe ich mit Redakteuren aus der Wirtschaftsredaktion essen, der Kontakt ist mir wichtig. Danach bespreche ich mit den Layoutern die Seiten und redigiere Texte. Um 18 Uhr 30 haben wir unsere Stehkonferenz vor der Wand, an der die fast fertigen Seiten hängen. Bis 20 Uhr müssen wir fertig sein, die Zeitung wird gedruckt.

Protokoll: Silke Leuckfeld