Gegen den Trend

Die Zentrale der Sparkasse Hannover

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M. Dahncke

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Während viele Banken und Versicherungen Personal abbauen und den Arbeitsdruck auf ihre Mitarbeiter/innen weiter erhöhen, gibt es im öffentlichen Sparkassenwesen auch positive Beispiele. So hat die Sparkasse Hannover - nach Kundeneinlagen das fünftgrößte deutsche Institut - ihre Mitarbeiterzahl sowie die Ausbildungsquote erhöht.

"Menschen machen den Unterschied. Wir wollen die Kundenorientierung steigern und den Vertrieb stärken. Daher haben wir im Kundengeschäft erstmals wieder mehr Personal eingesetzt", sagte Vorstandschef Walter Kleine. Für den Vertrieb wurden 20 neue Mitarbeiter eingestellt. Die Sparkasse zählte Ende vergangenen Jahres 2444 Beschäftigte, in der Sparkasse Hannover Gruppe mit ihren Servicegesellschaften waren es sogar 3164 Mitarbeiter/innen. Zum 1. September 2007 wurde die MarktServicesNord GmbH, eine neue hundertprozentige Tochtergesellschaft für Dienstleistungen, gegründet und 276 Beschäftigte in die neue Gesellschaft übergeleitet.

"Wir haben einen Haustarifvertrag mit Beschäftigungssicherung und auch Standortsicherheit bis 2013 ausgehandelt", sagt die Personalratsvorsitzende Martina Dahncke. "Wir achten natürlich auch bei übergeleitetem Personal darauf, dass der TVöD zugrunde gelegt wird und somit alle Rechte und Vergünstigungen der Muttergesellschaft gelten." Martina Dahncke lobt die hohe Ausbildungsquote: Mit 67 neuen Azubis steigt die Gesamtzahl der Auszubildenden und Trainees auf 203. "Unser Ziel ist, sie alle zu übernehmen. Die Übernahmequote liegt bei 96,5 Prozent", so Dahncke. Zudem wird das Institut ab 2009 zehn Azubis der LBS Nord fachlich im Kreditwesen mit ausbilden.

"Das Beispiel belegt, dass sich auch öffentlich-rechtliche Institute mit passgenauen Tarifverträgen gut entwickeln. Das Geschäftsmodell der Sparkasse wird auf Dauer erfolgreich sein und hebt sich positiv von denen auf Renditemaximierung ausgerichteten Praktiken privater Banken ab, deren negative Folgen in der aktuellen Finanzmarktkrise nur allzu sichtbar sind", sagt Christoph Meister, ver.di-Fachbereichsleiter Finanzdienstleistungen.