Editorial

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Liebe Leserin, lieber Leser,

nun sollen die Gewerkschaften wieder der Sündenbock sein: Wohin die Politik des ungehemmten Neoliberalismus schließlich führt, ist derzeit in mehreren Bundesstaaten der USA zu betrachten. Erst wurde gemäß dem neoliberalen Glaubenskatalog eine Regel nach der anderen auf den Wirtschafts- und Finanzmärkten zu Fall gebracht, was ja meist wohlklingend als Liberalisierung daherkommt, dann musste man mit Milliarden an Steuergeldern die Großbanken retten, die - befreit von allen Ketten - spekuliert haben auf Teufel komm raus. Nun klaffen die Löcher in den öffentlichen Kassen, und es müssen Schuldige her. Da trifft es als Erste die Beschäftigten im öffentlichen Dienst, die sich nach Meinung etwa des Gouverneurs von Wisconsin sozusagen vom Steuerzahler aushalten lassen. Sie sollen auf Gehalt und andere tarifliche Leistungen verzichten. Aber nicht nur das: Republikaner und die rechts-konservative Tea-Party-Bewegung in den USA haben einen regelrechten Generalangriff auf die Gewerkschaften eingeleitet. Aber sie stoßen auf Widerstand - Reportage Seiten 12 und 13.

Und auch in Griechenland wächst der Widerstand der Bevölkerung dagegen, dass allein sie die Kosten der Krise tragen soll. "Ich bezahle nicht" nennt sich die Bewegung, der mittlerweile hunderttausende Griechinnen und Griechen angehören. Sie weigern sich, die Mautgebühren für die weithin privatisierten Autobahnen zu berappen, und auch die um 40 Prozent angehobenen Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr wollen sie nicht zahlen. Die Menschen sind wütend - Bericht Seite 8.

Das dritte Zeitungsbuch dieser Ausgabe der ver.di PUBLIK, also die letzten acht Seiten, stehen wieder unter dem Titel "Generationen". Sie richten sich insbesondere an die Seniorinnen und Senioren in unserer Gewerkschaft, aber längst nicht nur an sie - Seiten G1 bis G8.

Die nächste ver.di PUBLIK erscheint Mitte Mai. Bis dahin Ihnen und Euch eine gute Zeit

Maria Kniesburges, CHEFREDAKTEURIN DER VER.DI PUBLIK