Kurznachrichten

Abermals wird auf Kosten der Musiklehrer gespart

BERLIN | Für rund 2000 Musiklehrer/innen, die an den Musikschulen der Berliner Stadtbezirke unterrichten, werden sich die Einkommen ab Juni drastisch verschlechtern. Künftig werden ihnen die Unterrichtsstunden nicht mehr bezahlt, wenn Schüler nicht erscheinen oder absagen. Das Geld behalten die Bezirke, an die Schüler wird nichts zurückgezahlt. In zwei Schritten will der Berliner Senat die Honorare um sieben Prozent erhöhen. "Die Erhöhung wird jedoch durch die geänderte Honorarordnung aufgefressen", sagt Stefan Gretsch, Vorsitzender der ver.di-Bundesfachgruppe Musik. Auch die Feiertage werden künftig nicht mehr bezahlt. Das bedeutet für die Musiklehrer jährlich rund 600 Euro weniger Honorar. Im Durchschnitt liegt ihr Verdienst bei 1300 Euro brutto monatlich. In Berlin werden 92 Prozent des Unterrichts von Honorarkräften erteilt. ver.di fordert für sie einen Tarifvertrag und feste Stellen, damit nur noch 20 Prozent des Unterrichts von Honorarkräften erteilt werden.


Keine Filme in CinemaxX-Sälen

KINO | Nach Warnstreikaufrufen von ver.di haben die Beschäftigten aus den Bereichen Kasse, Einlasskontrolle, Süßwarenverkauf und Filmvorführung im Berliner CinemaxX am Potsdamer Platz am 1. und 10. April abends die Arbeit niedergelegt. Am 10. April konnte in mehreren Sälen kein Film laufen. Danach reagierten die Chefs schon zum dritten Mal mit einer kalten Aussperrung. Warnstreiks gab es auch in anderen der bundesweit 35 Kinobetriebe der CinemaxX AG. Damit soll den Forderungen in der Tarifauseinandersetzung Nachdruck verliehen werden. ver.di fordert die sofortige Erhöhung der Stundenentgelte um einen Euro und weitere zehn Prozent im nächsten Jahr. Außerdem sollen zusätzliche Tätigkeiten tariflich vergütet werden. Die Arbeitgeber haben die Forderungen auch nach der vierten Verhandlung als illusorisch zurückgewiesen. Ein Entgeltangebot wollen sie nur unterbreiten, wenn ver.di Verschlechterungen im Tarifvertrag aktzeptiert.