Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

foto: rk

es waren böse Zustände, gegen die sich die Kolleginnen und Kollegen in den CineStar-Kinos zur Wehr gesetzt haben: keine Arbeitsverträge, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, kein bezahlter Urlaub, Niedriglöhne, Arbeitszeiten und Pausen ganz so, wie es der Geschäftsleitung gerade passte. Inzwischen aber hat sich einiges getan: Nach ersten, noch heimlichen Treffen mit ihrer Gewerkschaft ver.di haben die Kolleginnen und Kollegen Betriebsratswahlen initiiert, später eine Tarifkommission gegründet und Tarifforderungen aufgestellt. Und dann der Streik. Mehr als 100 Streiktage hat es gekostet, bis er da war, der Tarifvertrag mit Lohnsteigerungen bis zu 33 Prozent. Was nötig war. Jetzt haben die Betriebsräte der CineStar-Kinos in Bamberg und Mainz den erstmals ausgelobten Publikumspreis bei der Verleihung der Deutschen Betriebsräte-Preise erhalten. Gefeiert wurden sie mit stehenden Ovationen. Glückwunsch aus der Redaktion! Bericht auf Seite 6.

Sie sind überaus wichtig für viele Menschen im Land, die öffentlichen Bibliotheken. Sie sind wichtig für Bildung, Ausbildung, für Unterhaltung und Kultur. Aber auch dieses öffentliche Gut wird zugrunde gespart. Rund 15.000 öffentliche Bibliotheken sind in den letzten 15 Jahren komplett geschlossen worden, in anderen fehlt es an Mitteln für die Mindestbestände und an Fachpersonal. Ein Besuch in der Musikbibliothek der Martin-Luther-Universität in Halle/Saale auf Seite 9.

In dieser Ausgabe der ver.di PUBLIK gibt es im hinteren Teil wieder den Schwerpunkt "ver.di Generationen", der vor allem, aber längst nicht nur an die Seniorinnen und Senioren in unserer Gewerkschaft gerichtet ist. Wie Ost und West in der Rentenpolitik noch immer nach zweierlei Maß gemessen werden, Orientierung im Paragrafendschungel zum Thema Pflege und vieles mehr ist nachzulesen auf den Seiten G1 bis G5.

Die nächste ver.di PUBLIK erscheint Mitte Dezember, bis dahin Ihnen und Euch eine gute Zeit!

Maria Kniesburges, chefredakteurin der ver.di publik