Bankentarifverhandlungen

Wenn es sein muss, auch Warnstreiks

Die Beschäftigten fordern mehr Geld. Auch die Samstagsarbeit ist Thema

Die ver.di-Bundesfachgruppe Bankgewerbe und die zuständige Tarifkommission gehen in die Entgelttarifrunde für die rund 210 000 Beschäftigten im privaten und öffentlichen Bankgewerbe. Erstmals wird am 5. Mai in Berlin verhandelt.

In der zweiten Märzhälfte beschloss die Tarifkommission, 100 Euro mehr für alle Beschäftigten als Sockelbetrag zu fordern, plus 3,5 Prozent mehr Gehalt. Der Vertrag soll zwölf Monate laufen. "Seit 2009 liegen die Bankangestellten in der Entgeltentwicklung unter dem Durchschnitt anderer Branchen", sagt Uwe Spitzbarth, ver.di-Bundesfachgruppenleiter für das Bankgewerbe, der die Verhandlungen für die Arbeitnehmerseite leiten wird. Eine deutliche Erhöhung der Gehälter sei nötig und möglich, es sei "eine Frage von Respekt und Wertschätzung für die Beschäftigten".

Obwohl es eigentlich ausschließlich ums Entgelt geht - ver.di hat den Gehaltstarifvertrag zum 30. April gekündigt -, werden vermutlich auch andere Themen in den Verhandlungen eine Rolle spielen. So wollen die Arbeitgeber Tausende von Beschäftigten schon seit längerer Zeit regulär zu Samstagsarbeit verpflichten. Die Tarifkommission hat das abgelehnt.

Übernahme der Auszubildenden

ver.di will in der Tarifrunde auch die in diesem Jahr auslaufenden Tarifverträge zu Vorruhestand und Altersteilzeit verlängern. Außerdem ist es aus Sicht der Gewerkschaft dringend nötig, das Verfahren zur Übernahme von Azubis zu klären. Vor den Tarifverhandlungen hat bei privaten und öffentlichen Banken eine Umfrage veranstaltet, in der rund 70 Prozent erklärt haben, sie würden sich an Warnstreiks beteiligen. "Offenkundig haben wir mit unseren Forderungen bei ihnen den Nerv getroffen", sagt Uwe Spitzbarth. "So können wir mit gutem Rückhalt in die Verhandlungen einsteigen."

Gudrun Giese