mein arbeitsplatz

Am Kanal

Kerstin Bekel, 27, Verwaltungsfachangestellte beim Wasser- und Schifffahrtsamt Meppen

foto: Andreas Burmann

Ich arbeite als Verwaltungsfachangestellte beim Wasser- und Schifffahrtsamt Meppen, im Außenbezirk Edewechterdamm im nordwestlichen Niedersachsen. Dort habe ich gleich nach meiner Ausbildung im Jahr 2008 angefangen. Damals war nur dort eine Stelle frei, die habe ich gekriegt.

Morgens um 7 Uhr beginnt mein Dienst, er endet um 16 Uhr, außer freitags, da ist schon mittags Schluss. Wir sind hier 26 Beschäftigte. Lange war ich die einzige Frau, jetzt sind wir zu zweit. Der Ton ist manchmal rau, aber es ist ein sehr nettes Team, und ich arbeite gern hier, weil meine Aufgaben so vielseitig sind.

Ob der Eisbrecher kommt

Wir sind für rund 56 Kilometer des Küstenkanals und 15 Kilometer des Elisabethfehnkanals zuständig, für die Ufer und Bauwerke. Die Sperrtore werden bei Hochwasser geschlossen, damit es nicht zu Überschwemmungen kommt. Den Elisabethfehnkanal nutzen vor allem Sportboote. Die Besitzer melden sich telefonisch bei mir und sprechen die Zeiten ab, wann sie geschleust werden können. Dann werden die Schleusen per Hand durch die Schleusenwärter bedient, was es nur noch selten gibt. Ich bin für die komplette Verwaltung zuständig. Zu meinen Aufgaben gehören die Lohnabrechnung für die Beschäftigten und die Rechnungsbearbeitung.

Dazu gehört auch, dass ich Unfallanzeigen aufnehme und an die Berufsgenossenschaft melde, wenn sich einer der Kollegen während der Arbeit verletzt hat. Das nimmt zeitweilig viel Zeit in Anspruch, weil dazu auch Zeckenbisse und Wespen­stiche gehören. Außerdem stelle ich den Fortbildungsplan auf. Im Winter gebe ich die Eismeldungen in das entsprechende Computerprogramm ein, damit die Schiffer wissen, ob der Kanal passierbar ist und ob ein Eisbrecher eingesetzt wird. Ich bin auch für die Rechnungen zuständig, wenn zum Beispiel ein Lkw eine Brücke beschädigt hat. Dann wird der Einsatz unserer Mitarbeiter und Fahrzeuge dem Verantwortlichen in Rechnung gestellt.

Neben meiner Arbeit habe ich noch ein Studium der Betriebswirtschaft begonnen und stehe kurz vor dem Abschluss. In den nächsten Jahren werde ich - auch berufs­begleitend - noch einen Abschluss als Verwaltungsfachwirtin machen. Um danach eine entsprechende Stelle zu bekommen, müsste ich Edewechterdamm jedoch verlassen, was mir sehr leid tun würde. Es ist aber die einzige Chance für mich, beruflich aufzusteigen. Allerdings wissen wir momentan sowieso nicht, wie es bei uns weitergeht. Durch die geplante Reform der Wasser- und Schifffahrts­verwaltung sollen von zurzeit 39 Wasser- und Schifffahrtsämtern nur noch zirka 18 übrigbleiben. Wir ver.di-Mitglieder fordern, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben darf und wir mit einem Tarifvertrag abgesichert werden. Das ist mir sehr wichtig.

Protokoll: Silke Leuckfeld

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