Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Foto: rk

unser Kollege Orhan Akman, ein ver.di-Gewerkschaftssekretär aus Bayern, hat knapp zwei Jahre lang beim Aufbau von Gewerkschaften in Peru geholfen. Der internationale Gewerkschaftsdachverband UNI Global Union hatte ihn in das südamerikanische Land geschickt. Und dort hatte er Erfolg. In großen, multinationalen Handelskonzernen konnten Betriebsgewerkschaften gegründet werden. Wohl zum Ärger der Konzernzentralen. Im April wurde Orhan aus Peru abgeschoben. Gewerkschafter unerwünscht. Interview mit Orhan Akman auf Seite 8.

Weil sich Millionen von Menschen in den USA keine ärztliche Behandlung leisten können, bietet die Non-Profit-Organisation RAM seit vielen Jahren eine kostenlose ärztliche Versorgung in mobilen Einrichtungen an. Hunderte stehen dort meist schon in den frühsten Morgenstunden Schlange und warten auf Hilfe. So eines Morgens auch Tim Scope und seine Verlobte Samantha. Es war dringend. Kurz zuvor erst hatte Tim sich einen Zahn mit Sekundenkleber gefüllt. Unsere Fotoreportage aus einem reichen Land auf den Seiten 12 und 13.

Vor 50 Jahren wurde das Abkommen der Bundesrepublik Deutschland mit Südkorea über die Abwerbung von Pflegekräften geschlossen. Im Herbst 1966 trafen die ersten südkoreanischen, gut ausgebildeten Krankenschwestern in Deutschland ein - und mussten sich zurechtfinden in einem fremden Land. ver.di publik hat Kolleginnen aufgesucht, die seinerzeit unter den Ersten waren, die nach Deutschland kamen und - anders als geplant - geblieben sind. Die Einwanderungsgeschichte ist nachzulesen auf den Seiten M4 und M5 in unserem ver.di publik Spezial "Migration" im hinteren Teil des Blattes.

Die nächste ver.di publik erscheint Mitte Juli, bis dahin Ihnen und Euch eine schöne Zeit!

Maria Kniesburges, Chefredakteurin der ver.di publik