Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir haben uns entschlossen, das Format zu wechseln. Beginnend mit dieser Ausgabe wollen wir bis zu vier Mal jährlich eine "Kiel Seite" in der bundesweiten ver.di publik veröffentlichen. Dadurch können wir aktueller sein und auch unsere Termine zeitnäher platzieren. Aber es hilft nichts, einiges von dem, was ihr jetzt in euren Händen haltet, wird veraltet sein. Denn tagesaktuell können wir nur auf unserer Homepage www.verdi-kiel.de oder in den sozialen Medien berichten. Werden unsere Artikel mit der fehlenden Aktualität auch uninteressant? Sicher nicht.

Nehmen wir einmal das Beispiel der Tarifrunden, stellen wir fest, dass nicht nur der Forderungsrahmen, sondern auch die Positionierung der Arbeitgeber richtungsweisend ist. Die Tarifforderungen werden nach einer intensiven Diskussion in der Mitgliedschaft beschlossen. Es werden unter anderem die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens oder die Inflationsrate in die Forderungsfindung einbezogen. Wichtig ist, dass die Beschäftigten sich selbstbewusst hinter ihre Forderung stellen können und diese durchsetzbar ist.

Die Arbeitgeber sind mit ihrer Positionierung in einem anderen Sinne richtungsweisend. So gleichen die konkreten Angebote, die erst nach zwei oder drei Verhandlungsrunden auf den Tisch kommen, zu oft einer Provokation. Es bleiben zwei starke Eindrücke. Die Arbeitgeber haben aus den großen Arbeitskämpfen des Jahres 2015 im Sozial- und Erziehungsdienst und bei der Post scheinbar die Erkenntnis gewonnen, dass nur wir Arbeitnehmer über Hürden springen müssen, sie aber in der Hocke verharren können. Als zweiter Eindruck bleibt die starke Solidarität, gerade in den streikerprobten Betrieben wie den Kindertagesstätten, im Gedächtnis.

Die Bilder der streikenden Kolleginnen und Kollegen bleiben frisch und geben uns Mut.

Uwe Gier, Bezirksvorsitzender ver.di Kiel-Plön