arbeitsrecht

Erstmals Betriebsrat bei GM Consult

Vor der Wahl der Interessenvertretung hagelte es Kündigungen

Seit dem 10. Mai gibt es bei der Firma GM Consult IT GmbH einen Betriebsrat - nachdem die Geschäftsleitung, die zur Firmengruppe des Lotterieunternehmers Glöckle gehört, versucht hatte, die Wahl zu verhindern und zu beeinflussen. Noch wenige Tage vor der Betriebsratswahl waren neun Mitarbeiter gekündigt worden.

Begonnen hat alles mit einem Umstrukturierungsprozess, bei dem die Geschäftsleitung Mitarbeiter massiv unter Druck setzte. Auch belegen interne Firmendokumente, die ver.di vorliegen, dass die Umstrukturierung durch gezielte Entlassung einzelner Mitarbeiter erfolgen sollte. Vorgesetzte, die dieses Vorgehen nicht mittragen wollten, wurden selbst unter Druck gesetzt.

Als dann drei Beschäftigte des Unternehmens zur Geschäftsleitung gingen und die Einberufung einer Betriebsversammlung zur Wahl eines Wahlvorstandes für die erstmalige Wahl eines Betriebsrats verlangten, erhielten alle drei Kündigungen. ver.di machte daraufhin der Geschäftsleitung deutlich, dass ein solches Verhalten ein strafbares Verhindern einer Betriebsratswahl sein könnte.

Kurz darauf verlangten dann drei andere Arbeitnehmer des Betriebs die Einberufung einer Betriebsversammlung, die auch stattfand und bei der tatsächlich ein Wahlvorstand gewählt wurde. Die Gekündigten zogen in der Zwischenzeit vor Gericht.

Neun Entlassungen

Am Wahltag hatten die Beschäftigten die Wahl zwischen zwei Bewerberlisten, auf denen sich die Kandidatinnen und Kandidaten zusammengefunden hatten. Zuvor verringerte sich die Belegschaft des Betriebes aber nochmal um neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die kurz vor der Wahl betriebsbedingte Kündigungen erhielten. Dabei sollen Mitglieder der Geschäftsleitung gesagt haben, die Kündigungen müssten noch vor der Betriebsratswahl erfolgen, weil danach das Gremium gesetzliche Widerspruchsrechte geltend machen könne.

ver.di geht derzeit auch Hinweisen nach, denen zufolge die Geschäftsleitung versucht habe, Beschäftigte in Einzelgesprächen zur Wahl einer bestimmten Bewerberliste zu bewegen - mit Versprechungen und Drohungen. Sollte sich dies bestätigen, wäre es der strafbare Versuch der Beeinflussung der Betriebsratswahl.

Im Zuge der Auseinandersetzungen um die Betriebsratswahl hat ver.di bei der GM Consult einige neue Mitglieder gewinnen können.