Migration

Erste Schritte in der Fremde

29. Januar 1966: Empfang nach der Landung in Köln-Wahn. Mit einer Sondermaschine kamen 64 Koreanerinnen nach Nordrhein-Westfalen, um dort als Krankenschwestern zu arbeiten (oben).
Oktober 1966: Die neuen Beschäftigten des Städtischen Krankenhauses Verden/Aller (Mitte) Mai 2016: Fotos vom Anfang in Deutschland wecken Erinnerungen (unten)

Fotos: SZ Photo/ap/dpa/picture alliance (OBEN), Koreanische Frauengruppe in Deutschland (MITTE), Renate KOssmann

Migration, Flucht und Asyl - Themen, die gerade seit dem vorigen Jahr viele Menschen hierzulande beschäftigen. Die heftige Debatten, Ablehnung und Aggressivität hervorrufen, aber auch viel Hilfsbereitschaft und Solidarität. Dabei sind die Themen ja nicht neu. Schon vor mehr als 300 Jahren suchten Hugenotten, Protestanten aus Frankreich, Schutz in der Fremde. Sie siedelten sich in einem Dorf bei Berlin an, das längst Teil der Stadt ist und immer noch Französisch Buchholz heißt. Ende des 20. Jahrhunderts zogen Polen ins Ruhrgebiet, auf der Suche nach Arbeit und menschenwürdigem Leben. 1910 lebte schon eine halbe Million dort. In den 1960er Jahren unterschrieben die Bundesrepublik und Südkorea ein Anwerbeabkommen für Pflegepersonal. 11.000 südkoreanische Krankenschwestern kamen zwischen 1966 und 1977 nach Deutschland. Ihre Rückkehr war vorgesehen, doch viele blieben. Sie schlossen sich zusammen und setzten ihre Rechte durch, auch das Bleiberecht. S. M4+M5

Seit 1985 lebt Hussein Jinah in Sachsen. Heute ist er Personalrat in Dresden und aktiver ver.dianer. Bei Aktionen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit kann man auf ihn zählen. S. M3

Selahattin Turap hilft, Geflüchtete bei der Deutschen Post in Arbeit zu bringen. Ein Anfang, sagt er. Einer von vielen kleinen Schritten. S. M2

Claudia von Zglinicki