Daseinsvorsorge

Den Nahverkehr der Zukunft im Blick

 Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Vorsorgende Kommune" diskutierten Anfang Oktober im Darmstädter Gewerkschaftshaus Gewerkschafter/innen und Kommunalpolitiker/innen über die Zukunft des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Hessen. In seinem Einstiegsreferat zeigte Klaus-Peter Güttler, ehemals Staatssekretär im hessischen Verkehrsministerium mit Erfahrungen in der Geschäftsführung verschiedener Verkehrsverbünde, die Vielzahl der Fragestellungen auf.

Güttler informierte über aktuelle Entwicklungen wie die Einführung eines landesweiten Schülertickets, das es im kommenden Schuljahr gegen einen Jahresbetrag von 365 Euro geben wird. Die Bandbreite des Themas Nahverkehr reicht von tagesaktuellen Problemen des Regionalverkehrs in Darmstadt und Umgebung über Verkehrserziehung im Schulunterricht bis zu integrierten Verkehrssystemen des ÖPNV mit Fahrradverleih an den zentralen Haltestellen - alles wurde erörtert.

Die Kommunalpolitiker sprachen auch alternative Finanzierungsmodelle an. Die Forderung, den ÖPNV ausschließlich über eine Arbeitgeberumlage und aus Steuermitteln zu finanzieren, ist eine wichtige Zukunftsvision. Ein fahrscheinloser Nahverkehr könnte die Attraktivität des ÖPNV wesentlich steigern.

Die anwesenden Betriebsräte von der HEAG mobilo GmbH berichteten über Probleme wie den zunehmenden Arbeitsdruck auf die Beschäftigten und die sich immer weiter verschlechternden Einkommen der Busfahrer infolge der europaweiten Ausschreibungen.

Dass die Lebensqualität in den Städten, aber auch in den ländlichen Regionen auch in Zukunft stark mit der Nahmobilität verbunden sein wird, wurde den Anwesenden deutlich. Dazu müsse der ÖPNV verstärkt ausgebaut werden. "Wir brauchen in Zukunft neue Mobilitätskonzepte mit Integration und Vernetzung der verschiedenen Verkehrssysteme vom Fahrrad bis zum Elektroauto", stellte ver.di-Landesbezirksleiter Jürgen Bothner abschließend fest. Um das zu erreichen, müsse allerdings erheblich mehr Geld als bisher zur Verfügung gestellt werden.

Hermann Schaus