Qualifizierung ist Voraussetzung für Gestaltung

Digitaler Wandel - In der Studie "Gute Digitale Arbeit" betrachtet das Cima-Institut die Arbeitsprozesse und den Stand der Digitalisierung im Dienstleistungsbereich. Informationen lieferten Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter aus den Branchen Medien, Verkehr, Telekommunikation, Handel und Logistik, Touristik und öffentlicher Dienst. Obwohl der digitale Wandel die Arbeitswelt rasant verändert, sind seine Auswirkungen für Dienstleistungen bisher kaum untersucht worden.

  • Medien - NDR Fernsehen: Für Beschäftigte in der Medienbranche bedeutet digitaler Wandel vor allem die Notwendigkeit erweiterter Qualifikationen und die Erprobung neuer Arbeitsprozesse. Dabei erfordern die Veränderungen oft eine Kooperation von journalistischer und technischer Kompetenz. Die Beschäftigten können so in neue Arbeitsfelder einsteigen.
  • Verkehr - "üstra" - Hannoversche Verkehrsbetriebe: Zunehmend werden die Verkehrsdienstleistungen durch neue Techniken verändert. Das führt zu höheren technologischen Qualifikationsanforderungen und einer Verschiebung zu serviceorientierten Aufgaben. Künftig sind mehr Entscheidungskompetenzen und Kommunikationsfähigkeiten gefragt. Fahrerlose Transportsysteme werden in Zukunft zum Einsatz kommen.
  • Telekommunikation - Deutsche Telekom AG: Wie auch andere Branchenbetriebe ist die Telekom Treiber und zugleich Getriebene des digitalen Wandels. Mit speziellen Produkten liefert sie weitreichende Innovationen. Damit einher gehen ständige Aus- und Weiterbildungen für den Umgang mit digitalen Technologien. Die Qualifizierung der Beschäftigten ist die Voraussetzung für die Gestaltung des digitalen Wandels.
  • Handel und Logistik - Schenker AG und J. Bünting Beteiligungs AG: Gering qualifizierte Tätigkeiten werden zunehmend ersetzt. Während Entscheidungskompetenzen durch digitale Assistenzsysteme eingeschränkt wurden, sind die Anforderungen an Präzision und Schnelligkeit gewachsen. Deutlich zu­genommen haben auf der mittleren Qua­lifikationsebene Entscheidungs- und Steuerungskompetenzen. Reibungslose Abläufe erfordern neben technischem Know-how Interaktionsfähigkeit und Reaktionsvermögen. Es herrschen klare hierarchische Strukturen, Assistenzsysteme koordinieren Routinearbeiten. Das begünstigt den Einsatz von Subunternehmen und Leiharbeit.
  • Touristik - BCD Travel Germany GmbH: Digitale und analoge Dienstleistungen werden miteinander verknüpft. Deshalb bilden Unternehmen neue Schwerpunkte wie einen komplexen Beratungsservice. Dadurch und wegen der notwendigen Problemlösungskompetenz in Krisensituationen sind die Anforderungen an die Beschäftigten gestiegen. Dagegen hat im Reisemanagement die Bedeutung von persönlichem Kundenkontakt abgenommen, weil Kommunikation fast ausschließlich telefonisch und über das Internet erfolgt.
  • Öffentlicher Dienst - Niedersächsisches Justizministerium und Stadt Hannover: Der digitale Wandel hat die hoheitlichen Aufgaben öffentlicher Institutionen kaum verändert. E-Government und Bürgerbeteiligung per Internet ergänzen die Verwaltungsleistungen. Auch digitale Technologien zur Automatisierung von Fachverfahren sowie vernetzte Arbeit öffentlicher Einrichtungen erfordern ständige Weiterqualifizierung. Zwar gilt im öffentlichen Dienst das Prinzip hierarchischer Steuerung, doch erfordern neue Systeme und Verfahren verstärkt projektbezogene und kooperative Steuerung und Rückkoppelung.