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Mehr als Rosen

Internationaler Frauentag

Der Landesbezirksfrauenrat auf seiner Klausurtagung in Bad Segeberg

Foto: SUSANNE SCHÖTTKE

Der Internationale Frauentag 2018 steht unter einem besonderen Motto: 100 Jahre Frauenwahlrecht. Während der Novemberrevolution 1918 wurde ein Gesetz erlassen, mit dem Frauen in Deutsch               land erstmals das aktive und passive Wahlrecht erhielten. "Ich freue mich, dass das Frauenwahlrecht zum hundertjährigen Jubiläum Thema des Internationalen Frauentages ist. Es sollte damit deutlich werden, welche Ziele wir erreichen können, wenn wir bereit sind für die Gleichstellung der Frau zu kämpfen", sagt Michaela Henning, Vorsitzende des ver.di-Landesbezirksfrauenrates.

Recht und Gesetz sind allerdings nur ­eine Seite der Medaille. Die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern bleibt auch 100 Jahre nach Einführung des Gesetzes in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ein Thema und ist wichtiger Diskussionspunkt auch im ver.di-Landesbezirksfrauenrat Nord. Die Gewerkschafterinnen kritisieren, dass frauendominierte Berufe immer noch schlechter bezahlt werden, Frauen vor ungelösten Arbeitszeitproblemen stehen, geringere Karrierechancen haben und zum Schluss eine kleinere Rente als Männer erhalten.

Besonders bei Frauen darf sich die Renten­bemessung nicht allein auf Erwerbsarbeit beziehen, sondern auch gesellschaftlich wertvolle Arbeit sollte anerkannt werden. Viele Frauen leisten unentgeltlich Arbeit in der Familie, bei der Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen. Die rentenrechtliche Absicherung muss bei der Pflege deutlich verbessert werden und für die Erziehung aller Kinder unabhängig vom Geburtsjahr gelten.

Der ver.di-Landesbezirksfrauenrat lädt für den 24. März alle interessierten Frauen zu einer Veranstaltung nach Lübeck ein, in der es um die Frage geht, wo die Alterssicherungspolitik aktuell steht und wie es mit der Rentenpolitik insgesamt weitergeht. Von einer neuen Bundesregierung wird erwartet, dass sie alles daransetzt, die Arbeitszeitlücke, die Entgeltlücke und die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern endlich zu schließen. Als Referentin ist ­Judith Kerschbaumer, Leiterin des Bereichs Sozialpolitik der ver.di-Bundes­verwaltung, eingeladen. Anmeldungen für die Veranstaltung nimmt Elfi Falk entgegen (E-Mail: elfi.falk@verdi.de, Tel. 0451/8100-804).

100 Jahre Frauenwahlrecht Seite 9