Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Foto: rk

zwischen den großen Handelskonzernen herrscht ein verbitterter Verdrängungswettbewerb. Gekämpft wird mit harten Bandagen. Ende März hat die SB-Warenhauskette Real, eine Tochter des Metro-Konzerns, ihre Flucht aus dem Tarifvertrag angekündigt. Und das wird für die Beschäftigten teuer. Eine neu eingestellte Verkäuferin in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel wird dann bis zu 800 Euro im Monat weniger bezahlt bekommen, als sie noch unter den alten Bedingungen erhalten hätte. ver.di will weiter Druck machen, damit die Politik endlich etwas dafür tut, dass Tarifverträge leichter für allgemeinverbindlich ­erklärt werden können. Bericht auf Seite 4.

Noch immer sind Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in Kolumbien bedroht, müssen um ihr Leben fürchten. Allein im Jahr 2017 sind 19 Gewerkschafter ermordet worden, sagt Alberto O. Martínez, Leiter der Gewerkschaftsschule ENS in Medellin, die auch von ver.di unterstützt wird. Die kolumbianischen Gewerkschaften brauchen die internationale Solidarität. Und die hat ihnen abermals die ­Internationale Transportarbeiter-­Föderation, ITF, bewiesen. Auch damit, dass sie ihre Lateinamerika-Konferenz in Kolumbien veranstaltet hat. Nachzulesen in der Reportage auf den Seiten 12 und 13.

Steuerflucht. Es sind gigantische Summen, die Multis wie etwa der US-amerikanische Apple-Konzern in die Steuerparadiese transferieren. Gelder, die dem Gemeinwohl entzogen werden, die für Bildung, Gesundheit und eine solide öffentliche Infrastruktur fehlen. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac verschafft dieser Steuerverweigerung derzeit Aufmerksamkeit: mit Flashmobs in den Apple Stores in Paris, Frankreich und auch Frankfurt am Main. Sie fordern den iPhone-Hersteller auf: "Rückt die Steuern raus!" Bericht auf Seite 9 und ein Blick in die Steueroasen in der Bilderwelt auf der Seite 14.

Die nächste ver.di publik erscheint Anfang Juni. Bis dahin Ihnen und Euch eine gute Zeit

Maria Kniesburges, Chefredakteurin der ver.di publik