Mein Arbeitsplatz

Eine enge Bindung

Dana Duchow, 40 Jahre, ist seit ihrer Ausbildung nicht nur ihrem Arbeitgeber Galeria Kaufhof am Berliner Alexanderplatz treu geblieben, sondern auch ihrer Abteilung „Alles fürs Kind“

Foto: Renate Koßmann

Verkäuferin wollte ich schon früh werden. Ich habe dann mein Schülerpraktikum während der achten Klasse in der Kinderabteilung bei Galeria Kaufhof am Alex absolviert. Und glücklicherweise konnte ich auch den größten Teil meiner Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau ab 1995 in genau dieser Abteilung durchlaufen. Inzwischen bin ich seit 20 Jahren hier als Verkäuferin tätig, seit einigen Jahren, nach der entsprechenden Qualifizierung, als Erstverkäuferin.

Das Besondere bei der Arbeit in dieser Abteilung ist die enge Kundenbindung. Hier kommen Mütter her, die ich schon während ihrer Schwangerschaft beim Kauf von Stramplern und Hemdchen beraten habe. Und auch die Entwicklung der Kinder kann ich über die Jahre sehr schön verfolgen. Dabei sehe ich im Verlauf der Zeit, dass die Kinder heute mehr in die Kleiderwahl einbezogen werden als früher. Und die Mütter und Großmütter kaufen bewusster ein und fragen nach. Das finde ich gut.

Wir sind ein tolles Team, das aus etwa 15 Frauen besteht, die fast alle schon lange dabei sind, manche sogar schon zu Zeiten des Centrum-Warenhaus, das dann nach dem Mauerfall zum Galeria Kaufhof-Haus wurde. Nun stehen wir wieder vor einer Verän­derung durch das geplante Zusammengehen mit Karstadt. Darüber wurden wir am 11. September durch die Filialgeschäftsleitung informiert. Insgesamt bin ich optimistisch, dass es bei uns weitergehen wird. Schließlich ist das hier das einzige Warenhaus weit und breit, und wir haben starken Zustrom – nicht nur die Stammkunden kommen, sondern auch viele Touristen.

Gewerkschaftsmitglied bin ich seit Beginn meiner Ausbildung. Bei den letzten Wahlen bin ich in den Betriebsrat gewählt worden, sodass ich mich umso verantwortlicher dafür fühle, dass die Kolleginnen und Kollegen sich nicht durch neue Entwicklungen verrückt machen lassen. Ich hatte zunächst Zweifel, ob ich als Erstverkäuferin gleichzeitig Betriebsratsmitglied sein könnte, aber langjährige Arbeitnehmervertreterinnen haben mir zugeredet und betont, dass die Kombination sogar sehr gut funktioniert. Nun sind meine Bedenken fort, und ich will mich gründlich in meine neuen Aufgaben einarbeiten. Deshalb habe ich in diesem September erst einmal ein Einführungsseminar in die Betriebsratsarbeit besucht.

Neben Arbeit und Betriebsratsarbeit habe ich auch zu Hause in Schöneiche gut zu tun mit Haus und Garten, Mann und zwei Kindern. Die Große mit ihren 17 Jahren will inzwischen selbst entscheiden, wo sie einkauft, aber der Kleine ist erst elf, und der bekommt seine Hosen und Jacken natürlich immer noch aus der Kinder­abteilung des Kaufhofs – nach seinen Wünschen, versteht sich!

Protokoll: Gudrun Giese

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