ver.di lohnt sich

Entlastung in letzter Minute

Kliniken I – Wenige Minuten vor Beginn eines unbefristeten Streiks am Universitätsklinikum des Saarlands, hat ver.di eine ­Einigung erzielt. Kern des Vertrages zur Entlastung sind 145 zusätzliche Vollzeitstellen, davon 15 im nicht-medizinischen Bereich. Für alle Stationen gibt es Sollzahlen für die Personalbemessung. Die gefürchtete „Nacht alleine auf der Station“ ist in fast allen Fällen abgewendet. Die Vereinbarung wird innerhalb von 18 Monaten umgesetzt, vorher gibt es schon Sofortmaßnahmen auf etwa zehn Stationen. Ein Meilenstein sind auch die sogenannten Belastungstage, welche Härten durch Belastung durch entlastende Freizeittage ausgleichen. Zudem wurde ein Konsequenzen-Management eingerichtet, das nachhaltig dafür sorgen soll, dass die Regelungen eingehalten werden.


Kompromiss erreicht

Kliniken II – Am Städtischen Klinikum St. Georg in Leipzig beendet ein Kompromiss vorerst bis Jahresende die Streiks. Demnach sollen die Tabellenentgelte rückwirkend zum 1. April 2018 um 3 Prozent angehoben werden. Die neue Entgeltordnung, die an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes angelehnt ist, gilt ab 1. Oktober 2018. Darüber hinaus erhalten alle ver.di-Mitglieder eine Einmal­zahlung in Höhe von 300 Euro, Teilzeitbeschäftigte mindestens 200 Euro. Die Laufzeit endet am 31. Dezember 2018. Von der Arbeitgeberseite und der Stadt Leipzig erwartet ver.di jetzt, dass sie die nächsten drei Monate nutzen, um zum Auftakt der nächsten Tarifverhandlungen ein Angebot mit Perspektive auf den Tisch zu legen. Wenn dann nicht die richtige Richtung eingeschlagen wird, will ver.di wieder streiken.


Auszubildende rücken auf

Kliniken III – Die rund 70 Auszubildenden am Klinikum Magdeburg erhalten ab dem 1. Dezember 2018 rund 15 Prozent mehr Azubivergütung. Das macht durchschnittlich 143 Euro pro Monat für jeden Auszubildenden. Die Schülerinnen und Schüler in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie die Auszubildenden als ­Medizinisch-Technische-Angestellte, welche seit 2017 ebenfalls dort ausgebildet werden, rücken damit weiter an den ­Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes heran. Das sei ein sehr gutes Ergebnis, sagte Julia Greger, zuständig für den Bereich Jugend im Bezirk.


Mehr Geld und Schutz

Deutsche Funkturm – Das Verhandlungsergebnis zum Entgelt bei der Deutschen Funkturm GmbH (DFMG) vom 1. Oktober 2018 lehnt sich an die Tarifeinigung des Operativen Segments Deutschland der Telekom AG an, das im Frühjahr erkämpft wurde. Nun sollen die Beschäftigten der DFMG ähnliche Entgeltsteigerungen bekommen, zum 1. November 2018 um 2,7 Prozent und zum 1. November 2019 um 2,1 Prozent, bei einer Laufzeit bis zum 30. September 2020. Der Rationalisierungsschutz wurde bis zum 31. Dezember 2020 verlängert und regelt Ausgleich bei Mobilität, Entgeltsicherung bei Herabgruppierung, Abfindungen und Regelungen zu Qualifizierung und Vermittlung.


Entfristungswelle

BAMF – Seit langem kämpft ver.di gegen das „Befristungsunwesen“ beim Bund und hatte jetzt Erfolg für die Beschäftigten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF): Das Bundesfinanzministerium hat 1.650 zusätzliche Stellen sowie 4.500 weitere Entfristungen zugesagt. Die neuen Stellen und die Entfristungen bei bisher zeitlich begrenzten Verträgen sind noch in den Bundeshaushalt 2018 aufgenommen worden und werden ab September umgesetzt.