Kurznachrichten

Unbefristeter Streik

Costa Rica – In Costa Rica findet derzeit der schwerste Arbeitskampf in beinahe zwei Jahrzehnten statt. An seiner Spitze die Gewerkschaften des Bildungs- und Gesundheitssektors. Seit dem 10. September bereits befinden sich die Angestellten des öffentlichen Dienstes im Ausstand. Bildungseinrichtungen bleiben geschlossen, Kreuzfahrtschiffe meiden die Häfen des Landes, tausende Operationen mussten verschoben werden. Landesweit kommt es immer wieder zu Straßenblockaden, Demonstrationen und zum Teil gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Konkret sind Steuererhöhungen und Kürzungen im öffentlichen Dienst zur Haushaltskonsolidierung vorgesehen. Dies wird von den Gewerkschaften als unsoziale und einseitige Belastung der Mittel- und Unterschicht abgelehnt. Die Gewerkschaften bekräftigten Anfang Oktober, dass sie ihren unbefristeten Streik fortsetzen werden. Zuvor war im Kongress zunächst die umstrittene Steuerreform verabschiedet worden.


Amazon: 15 US-Dollar Mindestlohn

USA – Anfang Oktober hat Amazon-Chef Jeff Bezos verkündet, seinen amerikanischen Beschäftigten, 250.000 Festangestellten und 100.000 Saisonkräften, ab dem 1. November 2018 einen Mindeststundenlohn von 15 US-Dollar zahlen zu wollen. Tatsächlich fordern Beschäftigte verschiedener Branchen in den USA seit 2011 einen gesetzlichen Mindestlohn von 15 US-Dollar und das Recht, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Die von Gewerkschaften unterstützte Initiative „FightFor$15“ meldete deshalb auch, dass der Kampf noch nicht zu Ende sei. „Diese Bewegung ist nicht durch einen einzigen Sieg entschieden. ... alle Arbeiter – einschließlich der von Amazon und an den Flughäfen – sind erst dann sicher, wenn sie eine Gewerkschaft haben.“ Nur wenige Tage zuvor hatten sich die 40.000 Beschäftigten des New York City Airports einen Stundenlohn von 19 US-Dollar erstritten.


IKEA: Billig bis in die Lieferkette

International – Die Internationale und die Europäische Transportarbeiter-Föderation (ITF/ETF) haben weitere Treffen mit IKEA abgesagt, nachdem das Unternehmen kaum Bereitschaft gezeigt hatte, gegen Arbeitsmissbrauch in seiner Lieferkette vorzugehen. In einem Brief an IKEA erklärt ETF-Präsident Frank Moreels, man habe IKEA Fallstudien und Berichte von verschiedenen Behörden vorgelegt, die Verstöße gegen Arbeitsnormen durch verschiedene von IKEA beauftragte Transportunternehmen aufzeigen. „Leider haben wir jedoch festgestellt, dass IKEA wenig Kooperationsbereitschaft zeigt, und dass nur sehr wenige greifbare Fortschritte im Hinblick auf unser Ziel Fairer Verkehr erzielt wurden“, so Moreels. ITF und ETF führen seit vielen Jahren Gespräche mit IKEA über die Beseitigung von schlechten Arbeitsbedingungen in der Lieferkette.


46 Prozent für Rechtsextremisten

Brasilien – Mit 46 beziehungsweise 29 Prozent haben sich bei den Präsidentschaftswahlen in Brasilien am 7. Oktober im ersten Wahlgang der rechtsextreme Kandidat Jair Bolsonaro von der PSL und der linksgerichtete Fernando Haddad von der Arbeiterpartei (PT) durchgesetzt. Dem Ex-Militär Bolsonaro fehlen demnach nur vier Prozent, um aus der Stichwahl zur Präsidentschaft am 28. Oktober als Sieger hervorzugehen. Wahlanalysten halten es aber für möglich, dass Haddad die fehlenden 21 Prozent der Stimmen von den anderen unterlegenen Kandidaten für sich gewinnen wird. Der Parteienforscher Fernando Schüler sagte voraus, dass die übergroße Mehrheit der verbliebenen Stimmen der neoliberalen und Zentrumsrechten an Haddad gehen werde. Entscheidend könnten auch die 20 Prozent der Nichtwähler sein, die bei der Stichwahl doch noch gegen einen der beiden stimmen wollen.