Kurznachrichten

Tarifvertrag Entlastung in Privatklinik

Baden-Württemberg – Das SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach und die Gewerkschaft ver.di haben Mitte September einen Entlastungstarifvertrag für Pflegekräfte vereinbart. Demnach wird es mehr Personal im Pflegebereich und eine Mindestbesetzung bei Nachtdiensten geben. Zudem soll die Ausbildung in der Pflege gestärkt werden. Das ist bundesweit der erste Entlastungstarifvertag in einer privaten Klinik. Laut Tarifvertrag müssen künftig min­destens ein Gesundheits- und Krankenpfleger sowie ein Pflegehelfer die ­Nachtdienste besetzen. Die Anzahl der Ausbildungsplätze wird von 100 auf 125 aufgestockt. Erfolgreich abschließende Azubis erhalten einen unbefristeten Arbeitsvertrag im Klinikum oder in einem anderen SRH Unternehmen.


Einigung auf neuen Manteltarifvertrag

Niedersachsen I – Anfang September konnte bei den Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag für das Speditions- und Logistikgewerbe sowie für den Kurier-, Express- und Paketbereich (KEP) in Altwarmbüchen bei Hannover eine Einigung zwischen ver.di und dem Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen erzielt werden. Für die Beschäftigten der Branche wird bis 2023 eine Anhebung der Urlaubstage in drei Stufen auf 30 Tage erfolgen. In den Jahren 2019, 2021 und 2023 wird die Anzahl der Urlaubstage jeweils um einen Tag steigen. Die Nachtarbeitszuschläge werden ebenfalls in drei Stufen in den Jahren 2020, 2022 und 2024 um jeweils 2,5 Prozent angehoben, sodass die Zuschläge dann 22,5 Prozent betragen.


Madsack kappt die Tarifbindung

Niedersachen II – Redakteur/innen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) werden künftig nur noch in der tariflosen Gesellschaft der Heimatzeitungen angestellt. Die Redaktionen von HAZ und Heimatzeitungen wurden Mitte September darüber informiert, dass sie künftig in einem Gemeinschaftsbetrieb zusammenarbeiten und Neuanstellungen nur noch über die tariflose Gesellschaft erfolgen sollen. In Hannover wird damit ein Schritt vollzogen, der schon in Rostock, Lübeck und Südniedersachsen zu Zwei-Klassen-Gesellschaften in den Redaktionen geführt hat. Redakteure mit tarifgebundenen Altverträgen und Jungredakteure, die bis zu 20 Prozent weniger verdienen, arbeiten dort zusammen. Zu betrachten ist die Entscheidung auch vor dem Hintergrund, dass die SPD-eigene Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft 23 Prozent an Madsack hält. SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil hatte zuletzt immer wieder eine stärkere Tarifbindung deutscher Unternehmen gefordert.


Tarifschutz zurückgeholt

Nordrhein-Westfalen – Für 115 Beschäftigte der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG) in Köln, einer Tochter des Medienhauses DuMont Rheinland und des Heinen-Verlags, gilt künftig wieder der Schutz von Tarifverträgen. Das ist das Ergebnis eines Schlichtungsverfahrens, dem die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in ver.di und der Deutsche Journalistenverband sowie die Geschäftsführung der RRG zugestimmt haben. Die Einigung erfolgte nach mehreren Streiks der im Jahr 2014 ausgegliederten Lokalredaktionen von Kölner Rundschau und Kölner Stadt-Anzeiger im Kölner Umland. Laut Schlichtungsergebnis sollen die Einkommen und Arbeitsbedingungen schrittweise das Niveau der Flächentarifverträge für Tageszeitungsredaktionen und Angestellte in Zei­tungsverlagen bekommen. Der Erfolg zeige, auch nach der Zerschlagung von Verlagsbetrieben lasse sich gegen die Tarifflucht der Arbeitgeber viel erreichen, so ver.di-Verhandlungsführer Willi Vogt.