Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

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mit den Online-Diensten werden es mehr und mehr: Pakete, Pakete, Pakete. Und vor dem Weihnachtsfest werden es abermals mehr, die Zustellerinnen und Zusteller haben viel und meist auch schwer zu schleppen. Und das in aller Eile. Während das Paketaufkommen steigt und steigt, ist am Personal über die Jahre gespart worden, sind die Zustellbezirke größer geworden, ist der Druck auf die Kolleginnen und Kollegen gestiegen. Wir haben einen Paketzusteller in Hannover auf seiner Zustellfahrt begleitet. Er trägt nicht nur handliche 3-Kilo-Päcken aus, sondern auch Fernsehgeräte oder 60 Pfund Katzenstreu sind da bis in den vierten Stock zu wuchten. Aber er ist immerhin sozialversicherungspflichtig beschäftigt und wird bei der Deutschen Post AG nach Tarif bezahlt. Bei den Paketdiensten, die fast nur mit Subunternehmen arbeiten, ist das ganz und gar nicht so. Es herrschen katastrophale Arbeitsbedingungen, bezahlt wird miserabel. Und kürzlich haben Zoll und Staatsanwaltschaft in mehreren Bundesländern kriminelle Machenschaften bei den Subunternehmen aufgedeckt. Reportage und Bericht auf den Seiten 12 und 13.

In Frankreich wächst der Protest der Gelbwesten im ganzen Land. Die Regierung von Präsident Emmanuel Macron ist massiv unter Druck. Aus­löser der Massenproteste war die ­angekündigte Erhöhung der Benzinsteuern. Die ist aufgrund der Proteste nun ausgesetzt. Aber die Menschen in den gelben Warnwesten wollen weit mehr: Sie fordern einen höheren Mindestlohn, mehr Rente und eine gerechte Steuerpolitik. Und mittlerweile auch den Rücktritt von Präsident Macron. Bericht auf Seite 9.

Am 26. Mai nächsten Jahres steht die Europawahl an. Wir haben uns unter ver.di-Mitgliedern umgehört, was Europa ihnen bedeutet und wie es ­ihrer Meinung nach aussehen sollte. Nachzulesen auf den Seiten J4 und J5.

Die nächste ver.di publik erscheint ­Anfang Februar. Bis dahin Ihnen und Euch eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr!

Maria Kniesburges, Chefredakteurin der ver.di publik