Vorgestellt

Frisch ans Werk

Die neu gewählten Bezirksvorsitzenden gehen an die Arbeit

Tanja Hauch

Fotos: picture alliance / Jan Haas

Von Ute Fritzel

Das Ehrenamt trägt die Gewerkschaft, heißt es bei ver.di. Mitglieder zahlen nicht nur ihre Beiträge, sie bestimmen auch mit, was wie in ver.di passiert. Mitglieder bilden ­etwa Tarifkommissionen, die dann bei Tarifverhandlungen mitreden und auch Verantwortung übernehmen. Sie bilden Gremien wie Bezirksvorstände, die ehrenamtlichen Leitungsgremien. Deren Vorsitzende aus den sechs hessischen ver.di-Bezirken stellen wir an dieser Stelle vor. Nach Osthessen und Wiesbaden geht der Vorhang diesmal auf für Ralph Stiepert aus Nordhessen und Tanja Hauch aus Frankfurt.

Stolz auf die Erfolge

Ralph Stiepert ist seit 36 Jahren im ­Klinikum Kassel tätig – sein ganzes Berufs­leben lang. Er hat dort eine Krankenpflegeausbildung gemacht, hat anschließend auf Station als Gesundheits- und Krankenpfleger gearbeitet, ist in den Betriebsrat gewählt worden und nun schon 20 Jahre freigestelltes Betriebsratsmitglied. Seit 2010 ist Ralph außerdem Vorsitzender des ver.di-Bezirksvorstandes Nordhessen. Es ist seine dritte Amtszeit, für die der 59-Jährige klare Vorhaben hat: „Wir im Bezirk sind das Gesicht der Organisation vor Ort. Es ist mein Ziel, dass ver.di in Nordhessen gestärkt wird und wir der Hauptansprechpartner für die Kolleginnen und Kollegen  in den Betrieben bleiben, wenn es um ihre Arbeitssituation geht. Fehlendes Personal, befristete Übernahmen und Verträge, bröckelnde Tarifbindung und die Angst des Arbeitsplatzverlustes prägen viele Fachbereiche in Nordhessen. Dagegen konnten wir schon kräftigen Widerstand organisieren und können auf unsere ­Erfolge stolz sein.“

Ralph Stiepert

Auch für die Vorsitzende des Bezirksvorstands Frankfurt am Main und Region, Tanja Hauch, steht Solidarität an vorderster Stelle. „Die müssen wir vorleben. Ich möchte den Solidaritätsgedanken an nicht organisierte Kolleginnen und Kollegen, vor allem an junge Beschäftigte, vermitteln, damit ihnen deutlich wird, wie wichtig eine starke Gewerkschaft ist.“ Tanja Hauch weiß aus betrieblicher Erfahrung, dass der Zusammenhalt zum Erfolg führt. Sie selbst kommt aus einem großen Betrieb, der gut organisiert ist. Sie arbeitet als Technikerin beim Frankfurter Energieversorger Mainova. Die 45-Jährige führt Odormessungen im Erdgasbereich durch. Sie prüft, ob genug Geruchsstoff im Erdgas vorhanden ist. Erdgas ist geruchlos, deshalb wird künstlich ein Geruchsstoff zugesetzt, der regel­mäßig überprüft werden muss.

Sichtbar sein

Seit zwölf Jahren ist Tanja Hauch Betriebsrätin und seit acht Jahren Vertrauens­leutesprecherin bei der Mainova. Im November wurde sie zum zweiten Mal zur Vorsitzenden des ver.di-Bezirksvorstands gewählt. Ihr Kurs: „Wir haben eine starke Interessenvertretung aufgebaut, wir sind sichtbar. Regelmäßig wird über unsere Aktionen, Kampagnen und Streiks berichtet. Unsere erfolgreiche Tarifarbeit zahlt sich durch Mitgliederzuwächse aus. Jetzt heißt es: stabilisieren, Tarifflucht verhindern und wirtschaftliche Unterschiede verringern. Denn die Umgebung von Frankfurt hat ein starkes soziales Gefälle, obwohl die Stadt der Wirtschaftsmotor der Region ist. Hier wird Gewerkschaft ­gebraucht. Sozial orientierte Gewerkschaftsarbeit ist auch das beste Argument für den Eintritt in ver.di.“