In seinem Leitartikel greift Kollege Bsirske mit Recht die schwarz-gelbe Regierung an. Aber leider nennt er nicht Ross und Reiter. Ist Rot-Grün die Alternative? Vergessen wir nicht, dass diese Kombination mit den Hartz-IV-Gesetzen den Billiglohnsektor und die Entwicklung hin zu Altersarmut und Kinderarmut in Deutschland zementiert hat.

Jürgen Braun, Bottrop

Zuerst einmal vielen Dank, dass Ihr kurz vor der Wahl noch einmal auf die wichtigen Themen faire Löhne und gerechte Sozialversicherung hinweist. Warum ihr allerdings SPD und Grüne als Alternative darstellt, ist mir ein Rätsel. Immerhin waren es genau diese beiden Parteien, die unter der Regierung Schröder Billiglöhne und unfaire Leiharbeit eingeführt haben. Ich denke, eine wirkliche Alternative, um unsere Arbeitnehmer-Interessen durchzusetzen, ist nur die Einführung eines bundesweiten Volksentscheides, denn schließlich stellen wir eine große Mehrheit der Bevölkerung.

Hans Jürgen Roth, per E-Mail


Thema Handel "Löhne light gibt's nicht", ver.di PUBLIK 5_2013

Warum können die Löhne aller in einem Unternehmen Tätigen nicht zentral von dem Unternehmen ausbezahlt werden? Jeder, ob fest angestellt oder Zeitarbeiter, sollte seinen Lohn von dem Betrieb erhalten, in dem er seine Arbeit ausübt. Ausbeutung durch die Fremdfirmen können erkannt und wirkungsvoll bekämpft werden.

Reimund Breig-Fischer, per E-Mail


Thema Transatlantisches Freihandelsabkommen "Wettbewerb statt Sozialstandards", ver.di PUBLIK 5_2013

Es ist sehr erfreulich, dass ver.di PUBLIK über das geplante Transatlantische Freihandelsabkommen und seine Gefahren informiert. Drohen diese Verhandlungen doch hinter verschlossenen Türen geführt zu werden, währenddessen die Bevölkerung mit dem Versprechen von Abermillionen Arbeitsplätzen beruhigt wird. Die großen exportorientierten Konzerne versprechen sich von diesem Abkommen Vorteile. Schutzregelungen für die Beschäftigten, Gewerkschaftsrechte und ökologische Auflagen oder auch Steuern können zu "Investitions- und Handelshemmnissen" erklärt werden. Die üblichen "Investitionsschutzregeln" sind mit Sonderklagerechten in internationalen Schiedsgerichten verknüpft. Sie tagen geheim und entziehen sich jeglicher öffentlichen Kontrolle.

Konzerne werden in die Lage versetzt, Staaten mit massiven Entschädigungsforderungen für entgangene Gewinne zu erpressen. Das Verbot von genmanipulierter Nahrung oder ein Fracking-Verbot können damit leicht ausgehebelt werden. Vereinbarte Ausnahmen oder Sozialklauseln in diesen Verträgen sind als Kosmetik zu betrachten. Das Transatlantische Freihandelsabkommen ist der umfassende Angriff einer konzerngesteuerten Politik auf fast sämtliche Lebensbereiche. Daher müssen wir das Abkommen verhindern.

Reiner Liebau, per E-Mail


Leserbrief zum Leserbrief von Heinz-Rüdiger Kowaltkowski zum Thema "Den Frauen stinkt's", ver.di PUBLIK 5_2013

Herr Kowaltkowski schreibt in seinem Leserbrief u.a: "Wer anhand seiner Leistung nicht wahrgenommen wird" (...verlangt nach einer Quote", usw.). Er "erwartet" in seinem Brief eine andere Meinung. Hier ist sie: Wessen Leistung wegen seines Geschlechtes, Rasse, usw. nicht wahrgenommen wird, muss Unterstützung bekommen, damit das bestmögliche volkswirtschaftliche Ergebnis erreicht werden kann.

Josef Eder, Buchdorf


Thema "Rente mit 67 muss nicht sein", ver.di PUBLIK 5_2013

Wir (Mütter) fordern die Anerkennung von drei Jahren Kindererziehungszeiten in der Rente für alle künftigen Rentnerinnen, das heißt auch für die ehemaligen DDR-Mütter. Bisher wird ihnen für Kinder, die vor 1992 geboren sind, nur ein Entgeltpunkt - das entspricht einem Jahr - bei der Rente angerechnet. Bei diesen Müttern kommen, rückblickend betrachtet, einige Erschwernisse zusammen: Als ihre Kinder klein waren, gab es weder Elterngeld noch dreijährige Erziehungszeit mit Rückkehrgarantie; von einem Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz konnten Mütter ohnehin nur träumen. Eine längere berufliche Auszeit zugunsten der Konzentration auf die Erziehung der Kinder war das klassische Modell für Millionen von Müttern. Die Zeit, die wir nach der Geburt unserer Kinder nicht gearbeitet haben und unsere Kinder betreut haben, werden uns bei der Berechnung der Arbeitsjahre gestrichen.

Wir Mütter haben lange geschwiegen und wollen jetzt nicht leer ausgehen, nur weil wir immer schön ruhig waren. Auch sollten wir Mütter, die jetzt kurz vor der Rente stehen und noch benachteiligt werden, auf die Straße gehen, demonstrieren und unser Recht so öffentlich machen. Wenn es nach Frau von der Leyen geht, sollen wir Mütter erst die Kinderjahre erhalten, wenn genügend Geld in den Kassen ist. Wir wollen uns nicht mehr veralbern lassen und fordern eine Gleichstellung mit den Müttern, die ihre Kinder nach 1992 geboren haben. Unsere Kinder erarbeiten heute mit ihrer Arbeitskraft unsere Rente und dafür sollen wir benachteiligt werden? Nein!

Andrea Müller, Suhl

Im Artikel wird erwähnt, dass die Rentenbezugsdauer auf 19 Jahre gestiegen ist. 1995 lag die Rentenbezugsdauer nur bei 15,8 Jahren. Dies wird seitens der Politik populistisch genutzt, um die Rente mit 67 Jahren zu begründen. Diese Statistik umfasst meines Erachtens auch viele Rentner, die in den 90er Jahren von Konzernen mit Hilfe der Politik und zu Lasten der Rentenkasse vorzeitig in den Ruhestand versetzt wurden. Heute ist das Renteneintrittsalter deutlich gestiegen, so dass meines Erachtens die Statistik der Rentenbezugsdauer sich wieder senken wird, wenn diese Rentner durch natürliche Fluktuation nicht mehr erfasst werden.

Winfried Engel, per E-Mail


Interview "Ökonomie erfüllt keine Wünsche", ver.di PUBLIK 5_2013

Das Interview mit Prof. A. Gahrmann, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Wirtschaft auf die Menschen ausgerichtet werden sollte, fand ich sehr lesenswert. Ich entdeckte Parallelen zu der Idee der Gemeinwohlökonomie von Christian Felber, von der ich vor kurzem ebenfalls las. Nach dem Ansatz von Christian Felber sollten Unternehmen nicht nur an bilanziellen Kenngrößen wie Eigenkapitalrendite, Umsatz etc. gemessen, sondern es sollte der jeweilige Beitrag zum Allgemeinwohl regelmäßig ausgewiesen werden. Bewertet werden sollte der Einsatz des Unternehmens für den Schutz der Umwelt, für faire Beziehungen zu Produzenten oder für ein menschliches Arbeitsumfeld. In der Gemeinwohlbilanz existiert ein Ansatz, diese Kenngrößen zu quantifizieren.

Ich würde mich freuen, wenn ver.di PUBLIK weiterhin neue Ideen bekannt macht, die sich mit Änderungen der aktuellen bestehenden Wirtschaftsordnung beschäftigen.

Christof Klinge, per E-Mail


Thema "Sozial statt neoliberal", ver.di PUBLIK 5_2013

Die Notwendigkeit des Mindestlohnes steht außer Frage. Er allein reicht aber nicht. Die Unternehmen, auch die Staatsunternehmen, werden nämlich versuchen, die höheren Lohnkosten durch Preiserhöhungen auszugleichen. Folge wäre nur eine noch höhere Inflationsrate, und die Geringverdiener hätten im Endeffekt nichts gewonnen. Die Einführung eines Mindestlohns ist also nur kombiniert mit einem Preisstopp sinnvoll. In diesem Zusammenhang geht der Vorschlag von Steinbrück, die Preise für die Mieten zu deckeln, meines Erachtens schon in die richtige Richtung. Notwendig wäre aber, alle Preise einzufrieren. Leider findet dieser Aspekt bei den Gewerkschaften und linken Parteien viel zu wenig oder gar keine Beachtung.

Günter Foerster, Bielefeld


Migrations-Spezial "Ministerin auf Werbetour", ver.di PUBLIK 5_2013

Es ist schon sehr erstaunlich, dass eine Ministerin überall Leute abwirbt, die dort gebraucht werden. Ich kann es absolut nicht verstehen und ich bin empört über diese Taten. 82 Millionen Bürger, und sie hat nicht genug Fachkräfte? Nicht genug Auszubildende? Es ist wirklich ein Verbrechen an der Menschheit, was diese dilettantische Politik, auch im Europaparlament, anrichtet.

Meinen diese Leute, wir seien alle durch die großen Medien verblödet? Nein, das sind wir nicht.

Dieser Neoliberalismus ist eine Katastrophe für die Welt. Auch die Gewerkschaften sind gefragt. Es sollte eine starke EU-Gewerkschaft sein, die für alle EU-Bürger kämpft. Und die Menschen sollen endlich aufwachen und dafür etwas tun. Jetzt ist es an der Zeit! Machen wir es gemeinsam! Ich bin eine Gastarbeiterin aus dem ehemaligen Jugoslawien, gehöre aber zur ungarischen Minderheit. Seit 1972 lebe ich hier. Mein Alter: 64 Jahre. In Liebe grüße ich Euch aus Schwäbisch-Gmünd,

Rosalia Török


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