Ausgabe 01/2026
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Die richtige Klinik finden
Wenn eine Operation oder eine medizinische Behandlung bevorsteht, ist häufig zu entscheiden, welches Krankenhaus dafür geeignet wäre. Die Nähe zum Wohnort, Empfehlungen des Arztes oder der Ärztin sowie Erfahrungswerte können eine Rolle spielen. Zusätzlich lässt sich der bundesweite Klinik-Atlas nutzen, der auf umfangreichen und beständig aktualisierten, faktischen Daten zu derzeit rund 1.600 Krankenhäusern basiert. Visualisiert durch eine Farbscala erfährt man zu jeder Einrichtung die rechnerische Anzahl von Pflegekräften pro Patient*in, sowie die Zahl der durchgeführten Behandlungsfälle. Beide Angaben lassen sich zudem auf neun Kategorien und Eingriffsarten spezifizieren. Beispielsweise in der Kategorie "Herz" auf "Chirurgischer Herzklappenersatz" oder in der Kategorie "Krebs" auf "Eierstockkrebs-Operation". Weitere Filtermöglichkeiten beziehen sich auf Zertifikate sowie – sehr lobenswert – auf die Barrierefreiheit der Klinik, etwa zu Mobilitätseinschränkungen, Demenz, Fremdsprachlichkeit und vielen mehr. Bei Bedarf zeigt sich der zugänglich gestaltete Klinik-Atlas in leichter Sprache, Videos in Gebärdensprache erklären die Benutzung. Henry Steinhau

Ungleiche Verhältnisse
Es ist hinlänglich bekannt: Eine sehr geringe Anzahl vermögender beziehungsweise überreicher Menschen verfügt über mehr Kapital als Millionen, ja, Milliarden Menschen zusammen. Neben dieser wirtschaftlichen Schere zwischen Arm und Reich gibt es auch soziale Ungleichheiten, beispielsweise in punkto Geschlechter oder Migration. Diese Ungleichheiten verursachen Spannungen in der Gesellschaft. Darüber aufzuklären, Fakten, Daten und Argumentationshilfen zu liefern, das haben sich die Macher*innen der Webseite Ungleichheit.info zur Aufgabe gemacht. Sie schreiben und empfehlen einerseits lesenswerte Zeitungs- und Magazin-Beiträge, etwa zu Abschreibungsmethoden von Unternehmen, zur Erbschaftssteuer oder über den Faktor soziale Herkunft. Andererseits bieten sie eine Reihe gut gemachter Infografiken, die die Zahlen visuell darstellen. Die Schaubilder sind unter offenen Lizenzen veröffentlicht. Sie dürfen demnach ohne weitere Erlaubnis oder Kosten weiter genutzt werden, beispielsweise für Lehrmaterialien, im Unterricht oder für gemeinnützige Vereinsarbeit – nur nicht für kommerzielle Zwecke. Henry Steinhau

Alles Lüge durch Deepfakes
Dass Bilder lügen können, ist nicht neu. Doch mit den neuen, auf künstlicher Intelligenz (KI) gestützten Werkzeugen lassen sich täuschend echte Fotos erzeugen – und das sehr schnell, in hoher Zahl und zu geringen Kosten. Mehr noch: In sozialen Medien, über Kurznachrichten-(Messenger-)Dienste und in Propaganda-Kanälen werden DeepFakes, FakeNews, Falschnachrichten, Lügen, Hetzkampagnen verbreitet, weitergeleitet und geteilt. Das stellt eine große Gefahr für die Gesellschaft dar – und dagegen stellen sich Vereine, Medien und Menschen, die mit Expertise und viel Mühe gefälschte Bilder und Fake News entlarven. So auch beim German-Austrian Digital Media Observatory (GADMO). Das ist ein Zusammenschluss von Faktencheck-Organisationen und Forschungsteams gegen Desinformation, in dem Nachrichten-Agenturen mit Forschenden aus der Kommunikations- und Datenwissenschaft kooperieren. Aus dem deutschsprachigen Media-Geschehen werden hier wöchentlich auffällige oder häufig verbreitete Fälle aufgeklärt, zum Jahreswechsel etwa rund um die Maduro-Entführung, zum Israel-Gaza-Hamas-Konflikt oder zu Silvester-Vorfällen. Man erfährt, woher ein aus dem Zusammenhang gerissenes Foto ursprünglich stammt oder dass es sich um ein KI-generiertes Bild handelt. Henry Steinhau