Ausgabe 01/2026
Spiele

Dindex
"Demokratie steht auf dem Spiel", so lautet der Untertitel von Dindex, kurz für "Demokratie-Index". Er gibt an, wo unsere Gesellschaft steht: Demokratischer Konsens, Populismus, Extremismus, Zerfall der Rechtsordnung, Oligarchie. Wollen wir als Vorsitzende einer Partei die Demokratie erhalten? Nun, wir sind entweder Demokraten oder Oligarchen, und als letztere streben wir natürlich die diktatorische Alleinherrschaft an. Schaffen wir das nach mehreren Legislaturperioden, oder gewinnt die demokratische Regierung nach Punkten doch noch mal die Oberhand? Dazu muss sie Krisen in verschiedenen Ministerien für Umwelt, Finanzen oder Inneres bewältigen. Über Aktionskarten werben unsere Parteien um die Gunst der Wähler*innen. Wenn wir etwa "alternative Fakten" verbreiten, vermehren sich die Radikalisierten. Zerschlagen wir "die lästigen Gewerkschaften", schwächen wir die Demokratie, verschaffen uns selbst jedoch rechtsfeindliche Stammwähler*innen. Unser Wahlvolk sind – einigermaßen plakativ – Karten mit Schafen, die Demokrat*innen kommen als Hütehunde, die Oligarch*innen als Wölfe ins Spiel. Dindex ist ein politisches Lehrstück, das zeigt, wie unglaublich viel Energie wir beizeiten aufwenden müssen, um unsere Demokratie zu erhalten. Iris Treiber
Politisches Kartenspiel von Lars-Michael Stock, AdveRunde-Spieleverlag, 2–7 Pers. ab 12 Jahren, ca. 24 €

Die große Reise
Die Rauchschwalbe, den Wiedehopf, die Waldschnepfe, die Krickente, die Bienenfresser, den Gartenrotschwanz – sie alle lassen wir heute gen Süden fliegen. Alle Vögel starten im Norden einer Landkarte, die von Skandinavien bis zum Äquator reicht. Wir haben je ein Vogeltableau, auf dem wir die Gefahren finden, denen die Vögel in unterschiedlichem Maß auf ihrem Weg ausgesetzt sind: Erschöpfung, Wind, Raubvögel, Zusammenstoß, Jäger oder Verschmutzung. Wie weit und wie hoch wir fliegen, regeln Flugkarten, die die Gefahren vorgeben. Jede Konfrontation vermindert unsere Widerstandskraft. Schaffen wir es zu landen? Oder stürzen wir ab? Dann kommen wir in dieser Runde überhaupt nicht vorwärts. Landen wir jedoch, erreichen wir zumindest eine Zwischenetappe. Wer über einen der verschiedenen Zugwege zuerst in einem seiner Winterquartiere ankommt, gewinnt die große Reise. Schön. Das Spiel an sich verläuft einfach und routiniert, und doch ist ein bisschen Taktik wichtig. Das Thema Vogelzug ist toll umgesetzt. Iris Treiber
Zugspiel von Charlec, (Game Factory/ biotope), 2–8 Pers. ab 8 Jahren, ca. 30 €

Auf den Wegen von Marie Curie
Wir sind junge Forscherinnen und Forscher Auf den Wegen von Madame Curie und begleiten die Wissenschaftlerin auf 18 Stationen von ihrer Geburt 1867 bis zu ihrem Tod 1934. Siegpunkte erwirtschaften wir vor allem durch unsere Laborarbeit mit Pechblende, Uran und diesen Ressourcen kaufen wir Aktionskarten, je mehr von einer der fünf Sorten wir haben, umso größer werden unsere Vorteile. Alles greift wunderbar ineinander, die Aktionen lernen wir schnell und unsere Taktik entwickeln wir leicht. Das Spiel ist eine gelungene Hommage an die Physikerin und zweifache Nobelpreisträgerin. Im Begleitheft wird das Leben und die Arbeit der Physikerin und Chemikerin dargestellt, die den Begriff "Radioaktivität" prägte. Sie hatte erkannt, dass die Strahlung von Uran kein Einzelfall war, sondern eine Eigenschaft bestimmter Elemente ist. Später gelang ihr als Chemikerin die Isolierung des Radiums. Gut getan hätte dem Heft die Erwähnung der Gefahren durch Radioaktivität, denen letztlich auch Marie Curie durch ihre ungeschützte Arbeit mit hoch radioaktiven Elementen im Alter von 67 Jahren erlag.
Iris Treiber
Taktikspiel von Florian Fay, (Asmodee/Sorry we are French), 2–4 Pers. ab 10 Jahren., ca. 36 €