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Tell Me Where Home Is

Im Englischen steht das Wort Home sowohl für das Zuhause als auch die Heimat. Fragt man Menschen, was ihre Heimat ist, sagen die einen ihr Zuhause, die anderen das Land, aus dem sie kommen, oder die Stadt, in der sie geboren wurden. In den 160 Werken dieser Ausstellung werden unterschiedlichste Heimaten aus vielen Teilen der Welt gezeigt. Doch gleich im Foyer des Kunstmuseums Wolfsburg setzen eine Million deutsche Reisepässe akkurat gestapelt hinter hohem Sicherheitsglas mit schwarzen, roten und goldenen Pfosten ein Zeichen: Die Installation von Alfredo Jarr legt nahe, der deutsche Pass ist heiß begehrt, aber nur sehr schwer zu bekommen. Viele andere Werke zeigen, was Menschen zurücklassen, um sich in Deutschland ein Leben aufbauen zu können. Teils sind es wunderschöne Landschaften mit viel Licht und Sonne, wo dennoch das Überleben immer schwieriger wird. Alkan Avcıoğlus Foto aus der Serie "Overpopulated Symphonies" zeigt Menschen aus einem Wohnkomplex quillen wie beim Turmbau zu Babel. Doch diejenigen, die es nach Deutschland schaffen, landen in einer kalten Sammelstelle wie der von Olaf Metzel in der Ausstellung, die einen am Ende nachdenklich entlässt.

Petra Welzel

KUNSTMUSEUM WOLFSBURG, HOLLERPLATZ 1, DI-FR 10-18 UHR, SA/SO 11–18 UHR, BIS 17. JANUAR 2027

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Freund*innenschaft

"Wie viele Momente stiller Vergebung braucht eine lebenslange Freund*innenschaft?", fragt die Künstlerin Juliette Green in einem großen Wandbild. Es dokumentiert Stationen einer über 60 Jahre haltenden Freundschaft im Stil eines stammbaumartigen Diagramms. In den letzten Jahren fragen sich viele Menschen, was eine Freundschaft aushält oder vielleicht aushalten muss. Freundschaften sind an Corona und der Frage der Verhältnismäßigkeit der Coronamaßnahmen zerbrochen. Zunehmend enden Freundschaften an politischen Fragen, Hass und Hetze stellen unser soziales Miteinander nicht nur in den Sozialen Medien täglich in Frage. Diese Ausstellung erinnert uns daran, welch wichtiger sozialer Klebstoff Freundschaft ist. "Der Salon" von Roxane Mbanga lädt mit großen roten Kissen auf bunten Teppichen dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen. Freundschaften bestehen heute oft über tausende Kilometer Entfernung und Grenzen, auch das vermittelt die Schau. Vor allem aber auch eines: Freundschaft ist ein hohes Gut und vergeben zu können ebenso.

Petra Welzel

KUNSTHALLE MAINZ, AM ZOLLHAFEN 3–5, MI–SO 10–17 UHR, BIS 10. JANUAR 2027

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Die Berge Tirols

Schon vorm Museum fallen gelbe Richtungsweiser an Laternenpfählen auf. Auf ihnen finden sich Gletscher Tirols mit einer 2000er Zahl. Die gibt aber nicht die Höhenlage der Gletscher an, sondern ihr voraussichtliches Sterbejahr. Daunkogel Ferner 2033, Tuxer Ferner 2055, Taschachferner 2074 – in den Alpen schmelzen die Gletscher und das hat massive Folgen. Bergabgänge verschütten ganze Dörfer wie zuletzt das Schweizer Bergdorf Blatten im Lötschental im Mai 2025. Die Ausstellung über die Berge Tirols thematisiert aber nicht allein die gefährdete Natur- und Kulturlandschaft, sondern vielmehr ihre Entwicklung und Geschichte über mehr als hundert Jahre, von den Almwirtschaften bis zum Tourismus. Eine wichtige Rolle spielt auch der Deutsche Alpenverein mit seinen vielen Sektionen, einschließlich der Berliner Sektion und der Bergsehnsucht der Hauptstädter. Dass die Nazis die Juden bis in die Alpen verfolgten, auch der Geschichte wird sich gestellt. Spielerisch können Kinder mit dem Schaf "Lila" durch die Räume wandern und am Ende für einen Alpenball schmücken, während sich die Erwachsenen alldieweil durch Almen und Berge im Film gucken können.

Petra Welzel

MUSEUM EUROPÄISCHER KULTUREN, ARNIMALLEE 25, 14195 BERLIN, MI–FR 10–17 Uhr, SA/SO 11–18 Uhr, BIS 25. April 2027