Tarifrunde Nahverkehr

Bayern – In der fünften Verhandlungsrunde für die bayerischen kommunalen Nahverkehrsunternehmen hat ver.di ein Ergebnis erreicht. Die Einigung sieht eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 7 Prozent vor. Darüber hinaus enthält das Gesamtpaket deutliche Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen. So wird die wöchentliche Arbeitszeit ab dem 1. Januar 2029 von derzeit 38,5 Stunden auf 37,5 Stunden abgesenkt.

Hamburg-Holstein – ver.di hat sich mit den Verkehrsbetrieben in der Manteltarifrunde geeinigt. Kern ist eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 38 Stunden in zwei Schritten bei vollem Lohnausgleich.

Mecklenburg-Vorpommern – Unter anderem wird hier im Rahmen der Laufzeit die 38-Stunden-Woche eingeführt und die Beschäftigten erhalten eine steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie von 1.000 Euro. Zudem sind verschiedene Entlastungsmechanismen vorgesehen. Die Jahressonderzahlung steigt für alle Beschäftigten im nächsten Jahr auf 92,5 Prozent. Zudem erhöhen sich die Vergütungen in den Jahren 2028 und 2029 um jeweils 2,5 Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro.

Saarland – Auch im saarländischen ÖPNV gibt es eine Einigung: Rückwirkend sollen die Gehälter zum 1. April um 3 Prozent, mindestens aber 110 Euro steigen. Ab Mai 2027 ist eine Erhöhung um 2,7 Prozent und ab April 2028 um weitere 2,5 Prozent geplant. Zudem soll es ab 2028 einen weiteren Urlaubstag geben, das Einstiegsgehalt für Berufseinsteiger steigt um mehr als neun Prozent, und es gibt weitere Verbesserungen bei Ruhe- und Pausenzeiten und der Nachtarbeit.

Deutlich mehr Lohn

CineStar – Bei der Kinokette CineStar hat ver.di ein Tarifergebnis erzielt. Die Beschäftigten profitieren von deutlichen Lohnsteigerungen. Rückwirkend zum 1. März 2026 steigen die Einstiegslöhne zunächst von 13,90 Euro auf 14,50 Euro. Insgesamt erhöhen sich die Löhne in drei Stufen um bis zu 11,7 Prozent. Zusätzlich wird die Jahressonderzahlung um 20 Prozent erhöht. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten und gilt bis Ende 2027.

Hat sich gelohnt

Lufthansa City Airlines – ver.di hat Gehaltssteigerungen von 20 bis 35 Prozent für das Cockpit- und Kabinenpersonal bei Lufthansa City Airlines sowie die Tarifbindung durchgesetzt. Es profitieren rund 500 Beschäftigte an den Flughäfen München und Frankfurt am Main. Die Gehälter werden in drei Schritten erhöht, weitere Einkommenszuwächse gibt es unter anderem durch zusätzliche Stufensteigerungen im Vergütungssystem, die Erhöhung von Zulagen und die Einführung einer Ergebnisbeteiligung. 2027 gibt es zudem eine Sonderzahlung in Höhe eines halben Gehalts. Die betriebliche Altersvorsorge wird bezuschusst. Laufzeit: bis Ende März 2029.

Vorteil für Mitglieder

Lufthansa Group – Für die mehr als 20.000 Bodenbeschäftigten aus rund 20 Konzerngesellschaften der Lufthansa Group steigen die Grundgehälter rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 um 2,2 Prozent (nur bei Deutsche Lufthansa AG: ab dem 1. Januar 2027) und ab dem 1. März 2027 um weitere 2,4 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen steigen ebenfalls in zwei Schritten um insgesamt 100 Euro. Zudem werden weitere Zulagen eingeführt und ver.di-Mitglieder erhalten drei zusätzliche freie Tage. Die Ausgliederung des Lufthansa-Personals aus der Passagier- und Flugzeugabfertigung in günstigere tarifierte Firmen wurde verhindert. Laufzeit: 26 Monate bis Ende Februar 2028.

Erfolg nach Streiks

dpa und newsroom – Für die rund 800 Beschäftigten der Deutsche Presse Agentur (dpa), ihrer Landesbüros und der Tochtergesellschaften im Newsroom gibt es nach Streiks eine gemeinsame Tarifeinigung, die Tariferhöhungsschritte von 110 Euro ab April 2026 und 90 Euro ab Juli 2026 vorsieht. Ab dem 1. Juli 2027 folgt eine weitere prozentuale Erhöhung um 2,5 Prozent. Für Volontär*innen erhöhen sich die Vergütungen bereits ab dem 1. März 2026 um 200 Euro. Laufzeit: 24 Monate bis 31. Dezember 2027.

Mehr Lohn erkämpft

Sana-Kliniken – Beim Klinikbetreiber Sana hat ver.di Lohnerhöhungen durchgesetzt, davon profitieren rund 8.000 Beschäftigte in 17 Kliniken. Die Entgelte werden ab April 2026 um 3 Prozent, mindestens jedoch um 120 Euro monatlich angehoben. Im Juni 2027 soll eine weitere Erhöhung um 2,5 Prozent erfolgen, mindestens jedoch 100 Euro, und ab Februar 2028 um weitere 1 Prozent. Ein Mindestbetrag von insgesamt 220 Euro kommt vor allem den Beschäftigten in den unteren und mittleren Entgeltgruppen zugute. Hinzu kommen höhere Zuschläge und neu auch ein Samstagszuschlag. Für die Reha-Kliniken wird eine Jahressonderzahlung eingeführt. Wer ab 2027 die neue Pflegefachassistenzausbildung aufnimmt, erhält dieselbe Vergütung wie Auszubildende zum Pflegefachmann bzw. zur Pflegefachfrau. Laufzeit: 27 Monate bis 31. März 2028.