Für Feste und Freie

ÖRR – ver.di hat die Forderungen für Verhandlungen über Gehalts- und Honorarsteigerungen im ÖRR aufgestellt: 7 Prozent, mindestens 300 Euro sollen es sein. Die Tarifrunde betrifft mehr als 40.000 Festangestellte und arbeitnehmerähnliche Freie. Für Auszubildende, dual Studierende oder Volontär*innen sollen die Vergütungen um 200 Euro monatlich erhöht werden. Die Tarifverträge im NDR, WDR, SWR und BR sind zu Ende Januar gekündigt, einen Monat früher im MDR. Die einzelnen Landesrundfunkanstalten der ARD sowie ZDF und Deutschlandradio haben jeweils eigene Tarifverträge mit unterschiedlichen Laufzeiten.

Kraftvoll gestartet

Energie – Mit einer Forderung von 7 Prozent mehr Gehalt für alle, bei einer Laufzeit von 12 Monaten, ist ver.di am 15. Januar in die Tarifrunde mit der TG Energie (Tarifgemeinschaft Energie, bestehend aus dem Energieversorger E.ON und dem Stromnetzbetreiber TenneT), der TG Integration sowie für Edis und EnviaM gestartet. Für die Nachwuchskräfte fordert ver.di verlässliche Zukunftsperspektiven. Von der Tarifrunde sind mehr als 30.000 Kolleg*innen betroffen.

Stark belastet

KEP-Branche – Die extreme Konkurrenz in der Kurier-, Express- und Paketbranche (KEP) wird auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen. Knapp 3.000 Beschäftigte haben an einer Befragung teilgenommen und in 14 Sprachen geantwortet. Das Ergebnis ist niederschmetternd: Die Arbeitsbedingungen in der KEP-Branche sind schlecht, Einkommen und Sicherheit problematisch. Besonders bei Subunternehmen sind Verstöße gegen Höchstarbeitszeitgrenzen weit verbreitet, Mehrarbeit wird nicht vergütet oder Lohn zu spät ausgezahlt. Etwa jeder Fünfte berichtet, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu erhalten. Nur zehn Prozent der Zusteller*innen können sich vorstellen, ihre Arbeit bis zur Rente auszuüben.Ein erster Schritt zur Besserung würde endlich die gesetzliche 20-Kilo-Grenze für Pakete in der Ein-Personen-Zustellung gebraucht.

kurzlinks.de/byh2

Jetzt Stärke zeigen

TUI Deutschland – Die Forderungen sind aufgestellt: Ein Plus von 300 Euro brutto für alle Entgeltgruppen soll es sein bzw. 100 Euro brutto je Ausbildungsjahr für die Auszubildenden, Laufzeit 12 Monate. Gefordert wird auch eine 6. Erfahrungsstufe nach 16 Jahren Betriebszugehörigkeit mit einem Abstand von 150 Euro zu der 5. Erfahrungsstufe. Viel Mitgliederstärke wird hier nötig sein.

Stimmung eisig

Autobahn GmbH – Die ver.di-Tarifkommission ist ernüchtert aus der ersten Verhandlungsrunde mit der Autobahn GmbH gegangen. Es gab kein Angebot. Die Arbeitgeberin lehnte alle Forderungen ab und will auch die Kopplung der Entgelte an den TVöD beenden. ver.di ruft zu Warnstreiks auf.

Hier wird verhandelt

Lufthansa-Konzern –ver.di verhandelt mit dem Lufthansa-Konzern über einen neuen Vergütungstarifvertrag für die rund 20.000 Bodenbeschäftigten. Gefordert sind 6 Prozent mehr Gehalt, zur Stärkung der unteren Lohngruppen mindestens 250 Euro monatlich. Darüber hinaus soll es noch weitere Verbesserungen geben.

Mitmachen bei Befragung

MTI – ver.di möchte mehr über ihre Mitglieder in der Personengruppe "mti" (Meister*innen, Techniker*innen, Ingenieur*innen) erfahren. Dazu macht ver.di vom 24. Februar bis 23. März 20026 eine Umfrage. Mitmachen können alle ver.di-Mitglieder, die sich der Personengruppe "mti" zugeordnet haben. Überprüfen können sie das in "meine ver.di", ob sie dort die Personengruppe ausgewählt haben. Alle Mitglieder dieser Gruppe erhalten per E-Mail einen anonymisierten Link, um an der Umfrage teilzunehmen. Es geht um Abschlüsse, Betriebsformen, wie die Arbeitsbedingungen sind, ob KI genutzt wird und welche Konsequenzen es hat, sowie welche Themen aktuell wichtig für die mti-ler sind. Das Ergebnis möchte ver.di nutzen, um ihre gewerkschaftliche Arbeit an die Bedarfe der mti stärker anzupassen, die Personengruppe in ver.di sichtbarer zu machen und zur Mitarbeit anzuregen.

Heuern steigen

Deutsche Seeschifffahrt – Die deutschen Seeleute bekommen ab dem 1. Januar 2026 höhere Heuern: ver.di und der Verband Deutscher Reeder (VDR) hatten sich geeinigt: zum 1. Januar 2026 steigen die Heuern um 3 Prozent, zum 1. Januar 2027 um weitere 2,8 Prozent. Der neue Heuertarifvertrag für die deutsche Seeschifffahrt (HTV-See) mit einer Laufzeit von 30 Monaten betrifft mehrere Tausend Beschäftigte.

Erstmals wieder Tarifvertrag

Tourismus – Erstmals seit 2018 gibt es wieder einen gültigen Tarifvertrag in der Tourismusbranche und damit eine gemeinsame, rechtssichere Grundlage für die Gehälter der Beschäftigten in der Branche. Mit einer deutlichen Mehrheit von fast 90 Prozent haben sich die Mitglieder der ver.di für die Annahme des Tarifergebnisses ausgesprochen. Sie hatten durch ihren ersten bundesweiten Reisestreik im Sommer Bewegung in die monatelangen stockenden Verhandlungen gebracht. Damit erhöhen sich die Gehälter bei der DERTOUR sowohl im Reisebüro als auch bei Veranstaltern zum 1. März 2026 zwischen 4,6 Prozent und – durch die Mindesterhöhung auf 2.381 Euro – sogar um bis zu 37,8 Prozent. Laufzeit des Tarifvertrags: bis zum 31. Dezember 2026. Da bei der TUI 4 U die Gehälter schon über die neu vereinbarten Erhöhungen hinaus angehoben worden waren, erhalten die Beschäftigten dort eine Einmalzahlung von 400 Euro, bei Teilzeitbeschäftigung anteilig.

Mehr Entgelt

Kliniken – Für die rund 400 Krankenhausbeschäftigten der Spremberger Krankenhausgesellschaft, davon 16 in der Betriebs-Kita, hat ver.di eine Tarifeinigung erzielt und den Abstand zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst weiter verringert. Demnach steigen die Tarifentgelte zum 1. Januar 2026 um 4 Prozent, mindestens um 120 Euro, und erneut zum 1. Januar 2027 um weitere 5 Prozent. Die monatliche Schichtzulage wird von 40 auf 100 Euro erhöht, die monatliche Wechselschichtzulage von 155 auf 205 Euro. Für Beschäftigte, die monatlich mindestens 11 Spätdienste oder Nachtdienste leisten, steigt die monatliche Wechselschichtzulage von 220 auf 270 Euro. Der zusätzlich je Nachtstunde von 21 Uhr bis 6 Uhr zu zahlende Nachtzuschlag wird ab 1. Januar 2026 um 25 Prozent von 4 auf 5 Euro je Nachtstunde erhöht. Die Jahressonderzahlung wird ab dem Jahr 2026 um 600 Euro erhöht. Die Praxisanleiter*innen in der praktischen Pflegeausbildung erhalten ab dem 1. Januar 2026 eine monatliche Zulage zwischen 150 bis 300 Euro. Die Höhe dieser Zulage ist abhängig vom Zeitumfang der Praxisanleitung in der Pflegeausbildung. Zusätzlich wurde vereinbart, dass ver.di-Mitglieder auf Antrag und bei Nachweis der Mitgliedschaft im Jahr 2026 zwei bezahlte arbeitsfreie Tage erhalten, wenn sie schon am 1. Dezember 2025 Mitglied in ver.di waren. Im Jahr 2027 gibt es einen weiteren bezahlten arbeitsfreien Tage für die Beschäftigten, die am 1. Dezember 2026 Mitglied in ver.di sind. Zusätzlich wird zum 1. Januar 2027 der jährliche Grundurlaub von 30 Tagen auf 31 Tage erhöht. Die Tarifeinigung hat eine Laufzeit von 24 Monaten.

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