Ausgabe 03/2026
Arbeitszeit wird endlich angeglichen

Seit Jahren kämpfen engagierte Kolleg*innen des Uniklinikums Jena (UKJ) gemeinsam mit denen der Universitätsmedizin Rostock und Greifswald für gleiche Arbeitsbedingungen im Osten wie im Westen. Nun zahlt sich dieser Einsatz aus: In drei Schritten wird die Arbeitszeit an den drei ostdeutschen Universitätskliniken im TV-L bis zum 1. Januar 2029 auf 38,5 Wochenstunden angeglichen.
Zehn Tage kostenlos
"Es ist unverständlich, warum die Arbeitgeber diese Ungerechtigkeit jahrelang nicht beseitigt haben. 1,5 Stunden pro Woche haben wir quasi kostenlos mehr gearbeitet – das sind 10 Tage im Jahr", sagt Jana Öhrlein, Intensivkrankenpflegerin am UKJ.
Bereits 2022 wollten Aktive des UKJ rund 2.000 Unterschriften für Arbeitszeitgerechtigkeit übergeben – ohne Ergebnis. Auch bei der Forderungsbefragung zur letzten Tarifrunde blieb das Thema präsent. Über 19 Prozent der Beschäftigten beteiligten sich. Dadurch erhielten sie ein Gastmandat in der Verhandlungskommission der ver.di-Bundestarifkommission für den Öffentlichen Dienst (BTKöD). Zur zweiten Verhandlungsrunde in Potsdam brachten sie über 1.000 Streikversprechen mit.
"Die Arbeitgeber sagen, sie verstünden das Problem – aber es sei schwierig. Nach 36 Jahren habe ich dafür kein Verständnis mehr. In 16 westdeutschen Kliniken funktioniert es doch", so Franziska Löhnert, die das Gastmandat für das UKJ inne hatte.
In der dritten Verhandlungsrunde gelang schließlich der Durchbruch – auch dank des Engagements von Susanne Kipping, Mitglied BTKöD und Krankenschwester am UKJ: "Ich musste deutlich machen, was das für uns bedeutet, während die Arbeitgeber unser Anliegen immer wieder als Druckmittel genutzt haben, um an anderer Stelle Verschlechterungen zu fordern. Dass diese Angleichung fast 40 Jahre nach der Einheit kommt, ist dennoch ein Armutszeugnis für die Arbeitgeber."
Klar ist: Ohne den Einsatz der Beschäftigten würde die Arbeitszeitangleichung noch lange auf sich warten lassen.