Erfolgreicher Widerstand

Österreich – 70 Millionen Euro wollte die Stadt Wien bei den Ordensspitälern in der österreichischen Bundeshauptstadt einsparen. Das war Teil eines noch umfassenderen Sparpakets, welches seinerseits durch einen Sparhaushalt der Bundesregierung ausgelöst wurde. Wären diese Einsparungen umgesetzt worden, hätten sie 1.800 Jobs direkt gefährdet. Denn so viele Stellen wollten die Betreiber der Ordensspitäler als Reaktion auf das Sparpaket streichen. Doch es kam anders. Belegschaften, Betriebsrät*innen und die Gewerkschaft VIDA leisteten Widerstand. Unterstützung kam vom zivilgesellschaftlichen Bündnis "Wir sorgen gemeinsam". Proteste wurden organisiert. 73 Prozent der Beschäftigten unterzeichneten eine Erklärung, in welcher diese den drohenden Stellenabbau ablehnten und, wenn nötig, ihre Bereitschaft zu Kampfmaßnahmen erklärten. Das zeigte Wirkung. Die Einsparungen sind für das laufende Jahr vom Tisch. Keine Jobs werden gestrichen, durch Pensionierungen entstehende Lücken allerdings nicht nachbesetzt. Dennoch ein starkes Signal: Gemeinsamer und entschiedener Widerstand wirkt!

Solidarität mit Kubaner*innen

Kuba – Seit Ende Januar 2026 verhindert ein Erlass von US-Präsident Trump Öllieferungen nach Kuba. Die Folge: fast ständige Stromsperren mit dramatischen Auswirkungen auf Gesundheits-, Wasser- und Lebensmittelversorgung und das gesamte Zusammenleben der Menschen auf der Insel. Das US-Embargo gegen Kuba besteht seit den frühen 1960er Jahren und gehört zu den langlebigsten Sanktionsregimen der Welt. Seine kumulierten Kosten beziffert Kuba auf über 170 Milliarden US-Dollar. Die von ver.di und weiteren DGB-Gewerkschafter*innen gegründete Initiative "Gewerkschafter*innen für Kuba" handelt: In Absprache mit den kubanischen Gewerk- schaften wird der Aufbau einer Solarstromanlage beim Haushaltsgerätehersteller INPUD in Santa Clara finanziert – für die Produktion und das Wohnumfeld vor Ort.

Spenden an: Netzwerk InterRed Cooperacion, Stichwort: Solar.Soli.Gewerkschaft, Bank für Sozialwirtschaft, IBAN DE15 3702 0500 0007 6002 00. Die Spenden sind steuerlich absetzbar.

Mehr Infos per Mail an gewerkschafter-initiative@posteo.de oder unter:

gewerkschafterinnen-fuer-kuba.org

Solidarität vor Ort

Bangladesch – Seit über zehn Jahren arbeiten fünf aktive ver.di-Frauen solidarisch mit Gewerkschafter*innen in der Textilindustrie Bangladeschs zusammen. Im Rahmen des Projekts "Joly – Sponsoring von Organizerinnen" haben sie in dieser Zeit Spenden in der Höhe vieler Jahresgehälter für Gewerkschaftsorganizer*innen gesammelt. Im April 2026 haben die Fünf nun den nächsten Schritt gemacht: eine Delegationsreise nach Bangladesch. In Dhaka, Srimangal, Mymensingh und Cox's Bazar trafen sie Textilarbeiter*innen, Arbeiter*innen in einer Teeplantage, Fischer*innen und Aktivist*innen. Anlass der Reise war unter anderem der Jahrestag des Rana-Plaza-Unglücks. Beim Gebäudeeinsturz der Rana-Plaza-Textilfabrik in Sabhar etwa 25 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Dhaka am 24. April 2013 wurden 1.135 Menschen getötet und 2.438 teils schwer verletzt. Was die ver.di-Kolleginnen erlebt und gehört haben, darüber werden sie ausführlich im nächsten Reisespezial der ver.di publik berichten.