Hart nachverhandelt

AVE Hessen – Erst eine klare Warnstreikandrohung brachte Bewegung in die Verhandlungen der Entgeltrunde TG Energie AVE Hessen. Die Arbeitgeber mussten zweimal nachbessern, vor allem bei der Laufzeit, die zu lang war und nun 24 Monate beträgt. Die Vergütungen steigen zum 1. Februar 2026 für Beschäftigte und Auszubildende um 3,1 Prozent für 13 Monate und zum 1. März 2027 um weitere 2 Prozent für 9 Monate. Außerdem gibt es eine Einmalzahlung von 600 Euro, für Auszubildende 350 Euro. Die Tarifkommission hat zugestimmt.

Überraschendes Ergebnis

DRK Sachsen – Die Tarifrunde zwischen ver.di und dem Arbeitgeberverband der sächsischen DRK-Gliederungen, Arbeitgeberverband Wohlfahrt- und Gesundheitsdienste e.V., kommt nach einem Jahr Streit überraschend zu einem Ergebnis. Nach einem überarbeiteten Angebot der Arbeitgeberseite, dem Anfang dieses Jahres die ver.di-Mitglieder im DRK in einer Mitgliederbefragung mit 72 Prozent zugestimmt hatten, haben nun auch die Arbeitgeber die Tarifeinigung final erklärt. Unter anderem steigen die Tabellenentgelte um 3 Prozent zum 1. Januar 2026 und um weitere 3,5 Prozent zum 1. Januar 2027. Die Jahressonderzahlung erhöht sich auf 70 Prozent ab 2026 und auf 75 Prozent ab 2027. Zudem wurden die Zulagen für Schicht- und Wechselschichtarbeit deutlich angehoben, im Krankenhausbereich überdurchschnittlich. Im Jahr 2027 kommt ein Tag mehr Urlaub hinzu. Perspektivisch wird die regelmäßige Wochenarbeitszeit ab 2028 auf 39 Stunden und die Arbeitsbereitschaft im Rettungsdienst entsprechend auf 43 Stunden abgesenkt. Auch Auszubildende profitieren von Entgeltsteigerungen. Für ver.di-Mitglieder erhöht sich der Gewerkschaftsbonus. Weitere Verbesserungen bei Zulagen, Zuschlägen und freien Tagen wurden vereinbart.

Klage abgewiesen

Recht – Das Arbeitsgericht Braunschweig hat die Klage der Geschäftsführung des Klinikums Peine gegen den Betriebsrat abgewiesen. In dem Verfahren ging es um eine im Betrieb ausgehängte ver.di-Pressemitteilung. Der Betriebsrat hatte sie zur Information der Beschäftigten im Klinikum ausgehängt und im Betriebsrats-Newsletter darauf verwiesen. Die Geschäftsführung sah darin eine unzulässige Nutzung betrieblicher Mittel und eine unzulässige Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft. ver.di sieht in dem Verfahren den Versuch, die Zusammenarbeit von Betriebsrat und Gewerkschaft zu torpedieren und den Betriebsrat einzuschüchtern. Selbstverständlich dürfen Betriebsräte auf die Einschätzung von Gewerkschaften zu bestimmten Sachverhalten verweisen. Das Betriebsverfassungsgesetz sieht sogar ausdrücklich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Gewerkschaft vor.

Mehr Lohn

Private Klinikträger – Die rund 5.000 Beschäftigten in den Akut- und Reha-Kliniken sowie Pflegeeinrichtungen des Verbandes der privaten Klinikträger in Baden-Württemberg (VPKA) erhalten mehr Lohn in drei Schritten: 2 Prozent, mindestens 80 Euro, ab 1. Juni 2026, weitere 1,5 Prozent ab 1. Juni 2027 und nochmal 1,5 Prozent ab 1.Dezember 2027. Laufzeit bis 31.März 2028. Außerdem steigen die Schicht- und die Wechselschichtzulagen und langjährige Beschäftigte bekommen einen zusätzlichen Urlaubstag pro Jahr.