Ausgabe 02/2026
ver.di lohnt sich
Mehr Geld
UCI KINO – Der Tarifabschluss sieht Gehaltserhöhungen von insgesamt 6,8 Prozent in vier Stufen vor – rückwirkend zum 1. Januar. Besonders profitieren Beschäftigte, die bislang nur den gesetzlichen Mindestlohn erhalten haben: Für sie bedeutet der Abschluss spürbare Lohnsteigerungen und Nachzahlungen. Zusätzlich wird die Jahressonderzahlung auf 1.000 Euro erhöht, umgesetzt in zwei Stufen. Auch die Zuschläge steigen, was die Arbeitsbedingungen in den Kinos weiter verbessert. Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 24 Monate.
Zäh ausgehandelt
Telekommunikation I – Für die Beschäftigten der ISS Communication Services GmbH gibt es nach zähen Verhandlungen ein Ergebnis: 125 Euro tabellenwirksame Entgelterhöhung ab 1. März 2026, Laufzeit bis 31. März 2026. Als Ausgleich für die beiden Leermonate erhalten ver.di-Mitglieder je Leermonat 100 Euro. Wer 15 Jahre im Betrieb ist bekommt einen zusätzlichen Urlaubstag. Ab 25 Jahren Betriebszugehörigkeit gibt es einen weiteren Urlaubstag. Auszubildende bekommen bei Vorlage eines Führerscheins Klasse B zum Ende der Ausbildung eine Pauschale von 1.900 Euro.
Nachwuchskräfte bleiben
Telekommunikation II – Für die Beschäftigten der BTC IT Services GmbH, Oldenburg, gibt es ein Ergebnis, die Mitgliederversammlung stimmte zu: Einmalzahlung von 500 Euro mit angestrebter Auszahlung Ende Mai 2026, für Teilzeitbeschäftigte anteilig. Außerdem gibt es 2026 einen zusätzlichen Urlaubstag und einen zusätzlichen Freistellungstag zur Teilnahme an Veranstaltungen zur Stärkung der Sozialpartner, wie Schulungen der Gewerkschaft. Maßregelungen aufgrund der Tarifauseinandersetzung sind verboten. Auszubildende bekommen 50 Euro mehr Lohn, Nachwuchskräfte werden übernommen.
Mehr Lohn
Amnesty Deutschland – ver.di hat für die Beschäftigten bei Amnesty International Deutschland e.V. einen neuen Vergütungstarifvertrag abgeschlossen. Im Schnitt wurde eine Tarifsteigerung von 3,7 Prozent erreicht, die je nach Entgeltgruppe und -stufe variiert. Ausgenommen sind die Werkstudierenden, die von den vergangenen Abschlüssen überproportional profitiert hatten. Der Tarifvertrag gilt vom 1. Oktober 2025 bis 31. Dezember 2026. Zudem verständigten sich Arbeitgeberin und Arbeitnehmervertreter*innen darauf, den durch die gestiegene Inflation der vergangenen Jahre entstandenen Reallohnverlust im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten schrittweise weiter auszugleichen.
Gesamtpaket
TG Energie – Dank der großen Unterstützung aus den Betrieben ist ver.di in der dritten Verhandlungsrunde ein Tarifabschluss für die rund 30.000 Beschäftigten der TG Energie (E.ON, TenneT), TG Integration sowie Edis und EnviaM gelungen. Zahlreiche Aktionen und Warnstreiks hatten zuvor ein starkes Signal gesetzt. Die Entgelterhöhung beträgt 4 Prozent bei einer Laufzeit von 20 Monaten (ab 1. Februar 2026) und weitere 2 Prozent bei einer Laufzeit von 9 Monaten, Gesamtlaufzeit: 29 Monate bis zum 30. Juni 2028. Es gibt im Mai 2026 eine Einmalzahlung von 1.000 Euro, die auch für Teilzeitbeschäftigte gilt. Auszubildende und dual Studierende bekommen 500 Euro Einmalzahlung. Für Gewerkschaftsmitglieder soll es künftig einen zusätzlichen freien Tag geben. Die bestehenden Übernahmeregelungen für den Nachwuchs werden bis zum Jahr 2031 verlängert: energieinverdi.de
Mitgliedervorteil
TG GWE –Nach Aktionen und Warnstreiks hat ver.di für die Beschäftigten der TG GWE ein Verhandlungsergebnis erzielt. Die Einkommen steigen in zwei Stufen: 2,9 Prozent ab 1. Januar 2026 und weitere 2,3 Prozent ab 1. Februar 2027 (für 11 Monate). Zusätzlich zum prozentualen Abschluss wurde ein ver.di-Mitgliedervorteil vereinbart: Für Auszubildende: 350 Euro, A1 bis B3: 700 Euro, B4 bis C3: 600 Euro, C4 und höher: 500 Euro. Teilzeitbeschäftigte erhalten die gleichen Beträge: energieinverdi.de
Mehr Lohn
Mark-E/ENERVIE – Für die Beschäftigten beim Energiedienstleister Mark-E/ENERVIE Vernetzt gibt es ein Tarifergebnis: Die Entgelte steigen um 2,9 Prozent ab 1. Januar 2026 und weitere 2,2 Prozent ab 1. Januar 2027. Dazu kommen weitere Bestandteile wie Beteiligung am Unternehmenserfolg und die Erhöhung der (Wechsel-)Schichtzulagen um 2,9 Prozent im Jahr 2026 und weitere 2,2 Prozent in 2027. Für Auszubildende gibt es im Jahr 2026 eine Erhöhung von 3 Prozent und in 2027 von 2,5 Prozent.
Keine Kündigungen
Ergo – ver.di hat mit dem Versicherungskonzern Ergo, einer Tochtergesellschaft der Munich Re, einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung und zum Standorterhalt abgeschlossen. Die Vereinbarung gilt bis 31. Dezember 2030 und soll die vom Unternehmen geplante Transformation zu mehr Digitalisierung und neuer Arbeitsorganisation sozial abfedern. Der Tarifvertrag sieht bis Ende 2030 den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und den Erhalt großer Verwaltungsstandorte des Unternehmens in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln, Mannheim, München und Nürnberg vor.