ver.di fordert 6,5 Prozent mehr für Versicherungsbeschäftigte

Versicherungen I | Für die rund 172.000 Versicherungsangestellten im Innendienst fordert ver.di in der anstehenden Tarifrunde 6,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 160 Euro mehr pro Monat bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten. Bei den Auszubildenden soll die Vergütung um 60 Euro steigen. Die Verhandlungen beginnen am 11. April in München.


Ergo: Stellenabbau trotz Rekordgewinne

Versicherungen II | ver.di kritisiert den geplanten und schon begonnenen Abbau von 1500 Stellen bei Ergo, der trotz des Rekordgewinns der Munich Re vorangetrieben wird. Die Ergo-Versicherungsgruppe gehört zur Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft. Die am 12. März von der Munich Re veröffentlichten Gewinne von 3,2 Milliarden Euro im Jahr 2012 zeigten deutlich, dass ein Stellenabbau bei Ergo in keiner Weise gerechtfertigt sei, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Beate Mensch. Sie forderte den Ergo-Vorstand auf, in den Verhandlungen eine Kehrtwende zu vollziehen.


Handel: Von einem Euro pro Stunde bis 6,5 Prozent mehr

Tarifrunde | Im April starten die Tarifrunden im Handel. Bis Mitte März hatten sieben ver.di-Landesbezirke ihre Forderungen beschlossen, darunter Baden-Württemberg, Bayern und Hessen. Im Einzelhandel fordern einige Landesbezirke einen Euro mehr pro Stunde, die anderen setzen sich für eine Lohnerhöhung von 6,5 Prozent, mindestens aber 140 Euro mehr im Monat ein. Im Groß- und Außenhandel werden fast überall 6,5 Prozent mehr gefordert. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 90 Euro steigen, die Laufzeit der Verträge soll zwölf Monate betragen. http://handel.verdi.de


Bus-, U-Bahn- und Straßenbahnfahrer/innen sind gefragt

Umfrage | Wie gut sind die Arbeitsbedingungen für Bus-, Straßenbahn- und U-Bahn-Fahrer/innen? ver.di befragt von April bis Juni 2013 die Beschäftigten aus vier Verkehrsunternehmen unterschiedlicher Größe: das Regionalbus-Unternehmen KVG Stade, die Straßenbahn- und Busunternehmen Kasseler Verkehrsgesellschaft und Magdeburger Verkehrsbetriebe sowie die Münchener Verkehrsgesellschaft, ein Großstadtbetrieb mit Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen. Ein Teil der Fragen basiert auf der DGB-Erhebung Index Gute Arbeit. Gefragt wird allgemein nach Einkommen, Belastungen am Arbeitsplatz, Weiterbildung, Arbeitszeit und Kollegialität. Hinzu kommen spezielle Fragen zur Arbeitssituation im öffentlichen Personennahverkehr.


Transfergesellschaft für Drucker und Redakteure

Medien | Die Frankfurter Rundschau gehört seit März der Frankfurter Allgemeinen Zeitung GmbH und der Frankfurter Societät GmbH, die nur 28 Redakteure übernommen haben. Die Druckerei wird geschlossen. Mehr als 400 Beschäftigten wurde gekündigt. Für sie wurde eine Transfergesellschaft für sechs Monate eingerichtet. Seit November war das Druck- und Verlagshaus Frankfurt (DuV) mit Tochtergesellschaften in der Insolvenz. Die Altgesellschafter DuMont Schauberg und die SPD-Medienholding ddvg waren nicht bereit, eine Transfergesellschaft für zwölf Monate zu ermöglichen, und lehnten es ab, die Abfindungen, im Schnitt 500 Euro pro Beschäftigungsjahr, nach dem Insolvenz-Sozialplan vorzufinanzieren. Die Beschäftigten werden dieses Geld erst in einigen Jahren erhalten. Wer dann bereits Hartz IV bezieht, hat davon nichts; es wird komplett angerechnet.


Arbeitsgericht weist gelbe Gewerkschaften zurück

Volksbanken | Das Heidelberger Arbeitsgericht hat den Antrag des Betriebsrates der Volksbank Kraichgau auf die Feststellung abgelehnt, im Haus sei das ver.di-Vergütungsgefüge anzuwenden, also nach ver.di-Tarif zu bezahlen. Trotzdem wertet Mark Roach vom ver.di-Bundesfachbereich Finanzdienstleistungen die Entscheidung als Erfolg, da das Gericht auch den Antrag der Arbeitgeberin abwies, das Vergütungsgefüge von DHV/DBV anzuwenden. Die Rechtsauffassung des Arbeitgeberverbandes AVR, es sei nur das Tarifgefüge der gelben Gewerkschaften DHV/DBV anzuwenden, ist damit durchbrochen. Die Entscheidung bestätige auch die ver.di-Kollegen der Volksbank Münster, sagte Roach. Da die Kammer in Heidelberg alle Anträge abgelehnt hat, gehe das Verfahren nun in die nächste Instanz.


Beitrittswelle bei ver.di

Genossenschaftsbanken | Am 1. März ist der ver.di-Manteltarifvertrag im genossenschaftlichen Bankgewerbe ausgelaufen. Um in den Schutz des Tarifvertrags zu kommen, sind in den letzten Wochen 5400 Genossenschaftsbanker/innen ver.di-Mitglied geworden. Daran haben auch Sparkassen-Personalräte aus ver.di-Bezirken Anteil. Sie waren mit der Karte "5 vor 12" in die benachbarten Geno-Banken gegangen, um die Kolleg/innen zu informieren.


Stellenabbau bei Vattenfall

Energie | 1500 Stellen will der Energieversorger Vattenfall in Cottbus und Berlin streichen. Die zweite Tarifverhandlung war am 28. Februar ergebnislos vertagt worden. Die Arbeitgeber hatten 2,2 und 1,6 Prozent für je zwölf Monate angeboten, dazu eine Einmalzahlung. Die Konzerntarifkommission wies das zurück. Am 20. März wird weiter verhandelt. www.verdi.de