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Bert Stach, Susanne Schöttke, Conny Töpfer und Ingo Schlüter vor dem Wirtschaftsministerium in SchwerinFoto: ver.di

Energiekrise und Personalmangel bringen neue Dynamik in eine alte Diskussion: Wie lange müssen Geschäfte wirklich geöffnet sein? Auf Rügen bleiben inzwischen immer mehr Supermärkte am Sonntag geschlossen, berichtete die Ostseezeitung im August. Das Personal solle gut behandelt werden. Der Gesamtbetriebsrat der Globus-Märkte stellt fest, dass es angesichts der drohenden Energieknappheit nicht nachvollziehbar sei, dass sich der Einzelhandel überproportionaler Öffnungszeiten bediene.

Es drängt sich auf, Ladenöffnungszeiten neu zu bewerten. Das gilt besonders für Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, denn hier gelten Bäderregelungen. Sie erlauben eine begrenzte Sonntagsöffnung in der touristischen Hauptsaison.

Tatsächlich gibt es kaum Belege für eine Umsatzsteigerung durch lange Öffnungszeiten und Sonntagsöffnungen. "Es handelt sich wohl eher um Umsatzverschiebungen und Mitnahmeeffekte. Es profitieren die großen Märkte und Ketten und in Konsequenz geht die Vielfalt verloren und die Städte werden unattraktiver", schätzt Bert Stach, ver.di Landesfachbereichsleiter Handel, die Lage ein. Einkaufen nach 19 Uhr ist für die Grundversorgung weniger relevant. "Hier kommen abends eher Teenager zum sogenannten Vorglühen als dass noch große Familieneinkäufe getätigt werden", sagt Simone Albrecht, Betriebsratsvorsitzende eines großen Einkaufsmarkts aus der Umgebung von Hamburg.

Bäderregelungen, Sonntagsöffnungen und Öffnungszeiten gehören grundsätzlich wieder auf den Prüfstand. "Wir werden uns für die Beschäftigten einsetzen und die brauchen einen freien Sonntag und kürzere Öffnungszeiten", stellt Bert Stach klar.