Ausgabe 03/2026
Spezial
KI schon längst Alltag
Banken – Um den aktuellen Stand der Dinge beim Einsatz von KI in Banken herauszufinden, hatte ver.di eine Onlinebefragung organisiert. 17.000 Beschäftigte beteiligten sich bis Januar 2025. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. 54 Prozent berichteten, bereits KI zu nutzen, wobei die Jüngeren hier deutlich vorne lagen. Desto höher das Einkommen, desto vertrauter der Einsatz mit KI. Angst um ihren Arbeitsplatz äußerten 28 Prozent der Teilnehmenden – die meisten aus unteren Einkommensbereichen. 43 Prozent erleben KI als positiv, weil sie ihnen mehr Handlungsspielraum eröffnet. Ganz entscheidend für die Bewertung von KI ist die Frage, ob sich die Beschäftigten ausreichend unterstützt fühlen. Deshalb fordert ver.di Qualifizierungsangebote für alle und nur Programme, die den Handlungsspielraum der Beschäftigten erweitern und nicht auf Arbeitsplatzabbau abzielen.
KI kann die Gesundheit gefährden
Arbeitsschutz – Werden Routinearbeiten durch KI ersetzt und die gewonnene Zeit nicht für Freiräume, sondern zur Arbeitsverdichtung genutzt, steigt die Gefahr von Burnouts. Außerdem gibt es für konzentrierte Arbeitsphasen neurobiologische Grenzen; niemand kann sich ununterbrochen nur auf die schwierigsten Fälle konzentrieren, die durch KI nicht zu bewältigen sind. Das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (FAO) warnt außerdem vor "Deskilling", also Kompetenzverlust, wenn Beschäftigte häufig KI nutzen, um sich nicht tiefer in ein Thema einarbeiten zu müssen. Auch die Rolle, KI-Vorschläge oder KI-Übersetzungen nur noch zu kontrollieren und zu korrigieren, statt sie selbst zu erarbeiten, kann demotivierend wirken.
Erst denken, dann KI nutzen
Bildung – Die Mehrheit der Schüler*innen hat KI inzwischen als nützliches Instrument für ihre Hausaufgaben entdeckt. Das birgt allerdings die Gefahr, dass sie beispielsweise Matheaufgaben zwar schneller und besser lösen, aber die Zusammenhänge weniger verstehen. Bei einer Studie schnitten diejenigen, die bei den Hausaufgaben KI genutzt hatten, in Prüfungen deutlich schlechter ab. Einen solchen Zusammenhang belegt auch ein Experiment am Massachusetts Institute of Technology (MIT), das die Hirnaktivitäten von zwei Gruppen verglich. Die Neuronen bei Menschen, die eine Aufgabe mit Hilfe von KI lösen sollten, waren wesentlich weniger aktiv als bei denjenigen, die ohne Unterstützung zum Ziel kamen. Expert*innen raten deshalb, eine Aufgabe zuerst selbst zu durchdenken und erst im zweiten Schritt KI für gezielte Nachfragen zu nutzen.