Europäischer Suchindex

Ecosia – Suchmaschinen sind das Tor zum Internet – und deren Basis ist ein Suchindex. Die deutsche Firma Ecosia baut gerade zusammen mit der französischen Qwant den Suchindex "European Search Perspective" auf, um der Kundschaft eine Alternative zu US-Konzernen zu bieten. Bisher hat Google hier einen Marktanteil von 90 Prozent, Bing von Microsoft 4,5 Prozent. Auch alternative Suchmaschinen aus Europa wie Startpage greifen auf Google zu, anonymisieren die Nutzenden aber, sodass sie keine personalisierte Werbung erhalten. DuckduckGo greift auf Bing, aber auch weitere Quellen zu. Im Dezember hatte Ecosia mit Hilfe des Informationsfreiheitsgesetzes herausgefunden, dass Bundes- und Landesministerien bei der Internet-Suche ganz überwiegend US-Suchmaschinen nutzen – und sie damit indirekt mit Werbeeinnahmen füttern, die die Finanzgrundlage von Suchmaschinen sind. Dabei hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angekündigt: "Wir machen den Staat zum Ankerkunden für souveräne Arbeitsmittel in der öffentlichen Verwaltung." Zu sehen ist davon bisher nichts.

Das Super-Hacker Programm

Claude Mythos – Die US-Firma Anthropic verkündete Anfang April, ihre neuste Version der KI mit Namen Claude Mythos sei zu gefährlich, um sie zu veröffentlichen. Die Software ist darauf programmiert, Fehler und Schwachstellen in Computerprogrammen aufzuspüren und daraus Angriffsstrategien zu entwickeln. Damit könnte sie zu einem gefährlichen Instrument für Cyberattacken und Hackerangriffe, aber auch zur Spionage eingesetzt werden. Anthropic hat das neue Produkt zunächst nur ausgewählten Partnern zur Verfügung gestellt, damit sie selbst ihre Software damit testen und verbessern können. Angeblich sollen damit bereits jahrzehntelang unentdeckte Schwachstellen aufgespürt worden sein. Anfang Mai hat US-Präsident Donald Trump seine bisherige Strategie gegenüber KI geändert: Anstatt sie wie bisher völlig unreguliert auf den Markt zu lassen, soll das Handelsministerium sie nun vor der Veröffentlichung prüfen.

Überwacht vom Demokratiefeind?

Palantir – Führende Beamte beim Verfassungsschutz, Bundeskriminalamt und bei der Bundeswehr haben sich gegen den Einsatz von Technik des US-Konzerns Palantir ausgesprochen. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) hingegen ist ein Fan des Unternehmens, dessen deutsche Firmenzentrale in München liegt. Palantirs Geschäftsmodell ist die Überwachung der Bevölkerung. Die Technik verknüpft viele Datenbanken, sortiert sie mit Hilfe von KI und spuckt die Informationen gut aufbereitet aus. Die US-Zoll- und Einwanderungsbehörden organisieren damit Massenabschiebungen. In Bayern, NRW und Hessen arbeitet die Polizei bereits mit Palantir-Technik. In Baden-Württemberg wollen die Grünen geschlossene Verträge rückgängig machen. Ob der BND oder andere Bundesstellen die Software nutzen oder den Einsatz planen, unterliegt der Geheim haltung. Einer der Palantir-Firmengründer ist Peter Thiel, Demokratieverächter und Trump-Unterstützer. Sein Unternehmen hat kürzlich in einem Manifest seine "moralische Pflicht zur Unterstützung des Militärs" erklärt. Tatsächlich spielt Palantir im Iran-Krieg offenbar eine zentrale Rolle zur Identifizierung der Ziele.