Der DGB will die Rente zukunftsfest machen und die Armut von Kindern bekämpfen

Rente: "Die Rente ist die Quittung für das Arbeitsleben mit all seinen Höhen und Tiefen", sagt DGB-Bundesvorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Vorbei sind die Zeiten, als durchgängige, langjährige Erwerbsverläufe für ein ausreichendes Einkommen im Alter sorgten. Der wachsende Niedriglohnsektor sei ein weiterer Grund, sagt die Gewerkschafterin. Deswegen sei die Einführung eines Mindestlohns von 7,50 Euro pro Stunde ebenso erforderlich wie abgesicherte statt prekäre Arbeitsverhältnisse und Bedingungen, die es den Betroffenen ermöglichten, bis zum Erreichen des Rentenalters zu arbeiten. Erwerbsminderungsrenten sollten ausgebaut werden. Um Arbeitslose besser abzusichern, sollen bei Rentenzugängen Zeiten der Arbeitslosigkeit rückwirkend auf einen halben Entgeltpunkt pro Jahr aufgewertet werden. Die Renten von Beschäftigten im Niedriglohnbereich sollen nach 25 Versicherungsjahren aufgewertet werden. Selbstständige, Politiker/innen und Beamt/innen sollen in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden.

Der DGB rechnet langfristig mit Kosten von rund 21 Milliarden Euro. Allerdings spare der Staat allein durch den Wegfall von Leistungen der Grundsicherung neun Milliarden Euro.

Kinderarmut: Der Armuts- und Reichtumsbericht der Regierung hat kürzlich erneut das Ausmaß der Kinderarmut belegt. "Kinderarmut ist Familienarmut, also Elternarmut", sagt Buntenbach. Daher sieht sie einen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit, nicht existenzsichernden Löhnen und nicht armutsfesten Familien- und Sozialleistungen. Doch die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit allein reiche nicht. Dies zeige die hohe Zahl der Menschen, die auf ergänzende Hartz-IV-Leistungen angewiesen seien. Mit einem Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde ließen sich daran 1,5 Milliarden Euro sparen. Das Geld könne in Kinder- betreuung investiert werden.

Wahlkampfthema hilft nicht

Außerdem forderte Buntenbach, Wohngeld und Kinderzuschlag auszubauen und die Regelsätze für Hartz-IV-Leistungen neu festzulegen. Die Gewerkschafterin hofft, dass die Bundesregierung das Thema noch vor der Bundestagswahl angeht: "Es ist beschämend, wenn Kinderarmut als Wahlkampfthema missbraucht wird. Damit ist keinem Kind geholfen."HLA

www.dgb.de, Suchworte PM 85 (Rente), PM 93 (Kinderarmut)

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