Nach fünf Verhandlungsrunden um einen Tarifvertrag für die rund 25.000 Beschäftigten des Bodenpersonals der Lufthansa, unter anderem bei der Deutschen Lufthansa, Lufthansa Technik, Lufthansa Cargo, Lufthansa Technik Logistik Services und weiteren Konzerngesellschaften soll nun ein Schlichtungsverfahren kommen. ver.di-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky sagte, die Schlichtung sei die "letzte Chance, um einen Erzwingungsstreik zu verhindern".

Der von ver.di benannte Schlichter ist der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow. Während der Schlichtung besteht Friedenspflicht. Solange wird nicht gestreikt.

Bei den Verhandlungen hatte die Lufthansa bis zuletzt kein besseres Angebot vorgelegt. Die ver.di-Tarifkommission hatte deshalb nach der fünften Verhandlungsrunde am 14. März das Scheitern der Verhandlungen erklärt.

Sollte der Konzern auch das Ergebnis der Schlichtung ablehnen, sei ver.di bereit, in den Erzwingungsstreik zu treten, so Reschinsky. Deshalb hat ver.di parallel zur Schlichtung seit dem 19. März mit der Urabstimmung begonnen. Sollte die Schlichtung zu keiner Einigung führen und die Urabstimmung Erzwingungsstreiks befürworten, könnte ver.di die Beschäftigten zügig ab 28. März zu unbefristeten Streiks aufrufen.

Auch in den bisher fünf Tarifverhandlungsrunden mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen konnte bislang keine Einigung zur Erhöhung der Löhne für die bundesweit rund 25.000 Beschäftigten der Branche erzielt werden. ver.di rief deshalb in der Tarifrunde Luftsicherheit zu ganztägigen Streiks im März an zahlreichen Verkehrsflughäfen auf. Mit den Streiks hat ver.di den Druck auf die Arbeitgeber der Branche vor der nächsten Verhandlungsrunde erhöht, endlich ein deutlich verbessertes einigungsfähiges Angebot vorzulegen. Die Tarifparteien haben die Verhandlungen am 20. März 2024 fortgesetzt. Bis Redaktionsschluss stand das Ergebnis noch nicht fest. Wir berichten online: kurzelinks.de/zpsi

In den Tarifverhandlungen zwischen ver.di und der Mitteldeutschen Flughafen AG konnte ver.di am 15. März eine Einigung erzielen, bestehend aus einer zeitnahen Inflationsausgleichzahlung und schrittweisen Vergütungserhöhungen, siehe "ver.di lohnt sich".