Tarifrunde Seehäfen

Verhandlungen begonnen – Am 22. Juli 2026 hat in Bremen die erste Verhandlungsrunde für die rund 11.000 Beschäftigten der deutschen Seehäfen begonnen – betroffen sind die Standorte Hamburg, Bremen/Bremerhaven, Emden, Brake und Wilhelmshaven. ver.di fordert 8,2 Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 2,50 Euro pro Stunde, um vor allem untere und mittlere Lohngruppen zu stärken. Verhandlungsführerin Sylvi Krisch verwies auf die insgesamt stabile wirtschaftliche Lage der Branche und forderte, dass sich steigende Umschlagszahlen und gute Unternehmensergebnisse nun auch in den Löhnen niederschlagen müssten. Bis zum 30. Juli gilt die Friedenspflicht, danach sind Arbeitskampfmaßnahmen möglich.

Aufsichtsrat kassiert Ergebnis

Spielbanken Baden-Württemberg – Der Aufsichtsrat der baden-württembergischen Spielbanken hat dem zuvor von der Geschäftsführung und der ver.di-Tarifkommission vereinbarten Verhandlungsergebnis vom 5. Juni die Zustimmung verweigert. Das Ergebnis hatte ver.di erreicht, nachdem am 30. Mai der erste Warnstreik in der Geschichte der hundertprozentigen Landestochter stattgefunden hatte. Das Ergebnis sah eine Anhebung der Gehälter rückwirkend ab 1. Januar 2026 um 230 Euro als monatliche Einmalzahlungen vor. Nach Abschluss eines neuen vereinheitlichten Gesamt-Tarifvertrages sollte die monatliche Einmalzahlung tabellenwirksam als Sockelbetrag übernommen werden. "Ein Aufsichtsrat ist nicht für das operative Geschäft zuständig", so Maike Schollenberger, ver.di Landesbezirksleiterin. Sie erwarte von den Vertreterinnen und Vertretern der Landesregierung im Aufsichtsrat, dass sie die Tarifautonomie respektierten und nicht torpedierten. "Und wir erwarten vom Staatsministerium und den Spitzen der zuständigen Ministerien, dass sie sich wie im Koalitionsvertrag vereinbart für gute Arbeitsplätze einsetzen und dafür sorgen, dass dieser Tarifabschluss in Kraft tritt."

Aldi kündigt ver.di-Betriebsrat

Rechtliche schritte– Die Aldi-Regionalgesellschaft Lehrte hat dem freigestellten Betriebsratsmitglied Michael Merten am 20. Juli 2026 fristlos gekündigt. Das Unternehmen begründet die Kündigung mit dem Vorwurf des Arbeitszeitbetrugs. ver.di hält die Kündigung für unbegründet und kündigt in Absprache mit dem Kollegen rechtliche Schritte an. Merten war seit Mitte Mai freigestelltes Betriebsratsmitglied und hatte sich in Absprache mit dem Unternehmen bereit erklärt, seine Tätigkeit als Filialleiter bis zum 31. Juli 2026 parallel zu seiner Betriebsratstätigkeit fortzuführen, um einen guten Übergang zu ermöglichen.

Schwelender Konflikt

Vodafone – Das Telekommunikationsunternehmen Vodafone hat begonnen, aus den branchenüblichen ver.di-Tarifverträgen auszusteigen. ver.di kritisiert diese Tarifflucht scharf. Bereits seit Ende 2025 schwelt ein Konflikt zur Geltung und Anwendung der ver.di-Tarifverträge innerhalb des Konzerns. Vorausgegangen war die Verschmelzung der bisherigen Vodafone Deutschland GmbH auf die Vodafone GmbH im November 2025. In diesem Zusammenhang hatte Vodafone die in diesem Konzernteil gültigen ver.di-Tarifverträge aufgekündigt. ver.di will rechtlich dagegen vorgehen.