Gute Arbeit - Befristungen spalten die Belegschaften, rauben den Betroffenen die Zukunft und zerstören Familien. In nur zehn Jahren ist ihre Zahl von 1,7 auf 2,7 Millionen angestiegen. Vor allem für junge Leute ist es inzwischen Normalität, nach Ausbildung oder Studium befristet eingestellt zu werden. Die Düsseldorfer ver.di-Arbeitsgruppe "Befristung" hat in Kooperation mit dem ver.di-Bereich Innovation und Gute Arbeit einen Film darüber gedreht. Beschäftigte in befristeten Arbeitsverhältnissen kommen darin ebenso zu Wort wie Wirtschaftswissenschaftler, Betriebsräte und Passanten. Dabei wird die prekäre Situation für die Betroffenen deutlich. Befristungen und gute Arbeit schließen sich aus, deshalb will ver.di gesetzliche Regelungen durchsetzen, die sachgrundlose Befristungen aus der Welt schaffen.

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ver.di fordert 6,5 Prozent mehr Gehalt bei der Postbank

Finanzdienstleistungen - Für die Beschäftigten der Deutschen Postbank AG, der Postbank Firmenkunden AG, der BCB AG, der PB Direkt GmbH, der BHW KSG und der Postbank Service GmbH fordert ver.di 6,5 Prozent mehr Gehalt bei einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten. Auch die Vergütungen für die Auszubildenden sollen um 6,5 Prozent steigen. Das hat die ver.di-Tarifkommission am 20. Mai beschlossen. Gefordert wird auch die Rücknahme der Zehn-Minuten-Minusbuchung pro Tag bei den Servicegesellschaften. Diese Regelung sei eine verkappte Arbeitszeitverlängerung, wirke kontraproduktiv und demotivierend, sagte ver.di-Verhandlungsführer Christoph Meister. Die Beschäftigten bräuchten eine spürbare Gehaltserhöhung, so Meister. "Sie dürfen nicht länger abgekoppelt werden." Von der Tarifrunde sind rund 5 500 Beschäftigte betroffen. Die Verhandlungen beginnen am 10. Juni.


Entlassungen bei der Leipziger Volkszeitung

Zeitungen - "Das angebliche Zukunftsprogramm ,Madsack 2018' entpuppt sich als Programm zur Vernichtung von Arbeitsplätzen und Verschlechterung von Arbeitsbedingungen durch Tarifflucht." So kommentierte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke die Pläne des Hannoverschen Medienkonzerns Madsack, bei der Leipziger Volkszeitung 36 Redakteursstellen zu streichen. Die Madsack-Manager verlangen außerdem von den Beschäftigten der Druckerei Lohnverzicht bis 2018 und darüber hinaus, andernfalls fasse die Geschäftsführung die Schließung der Druckerei ins Auge. Im Rahmen des 2013 verkündeten Programms "Madsack 2018" will der Konzern bis dahin jährlich rund 40 Millionen Euro einsparen, um trotz sinkender Umsätze die gleichen Gewinne wie in den vergangenen Jahren zu erzielen. "Mit tiefen Einschnitten in die Zahl der Arbeitsplätze und mit allen Formen der Tarifflucht versucht einer der mächtigsten Medienkonzerne, seine Rendite zu steigern", so Frank Werneke. Er verwies auch auf die Tarifflucht und die Kündigungen in Druckerei, Verlag und Lokalredaktionen der Märkischen Allgemeinen in Potsdam.


Erster Betriebsrat bei Abercrombie & Fitch gewählt

Handel - In der Filiale des US-amerikanischen Modekonzerns Abercrombie & Fitch wurde der erste Betriebsrat des Unternehmens in Deutschland gewählt. Von den 250 Beschäftigten beteiligten sich 64,8 Prozent an der Wahl zu dem neunköpfigen Gremium. "Eine gute Wahlbeteiligung", so ver.di-Sekretär Orhan Akman. Zu den Vorhaben des neuen Gremiums sagte er: "Wir wollen uns gemeinsam für unbefristete Arbeitsverträge und höhere Stundenlöhne stark machen." Sie wollen auch durchsetzen, "dass sich A&F möglichst bald an den Tarifvertrag für den Einzelhandel hält". Das Unternehmen, das in Deutschland 23 Filialen betreibt, ist bisher nicht tarifgebunden.