Die EU will eine neue europäische Unternehmensrechtsform schaffen, die "EU Inc.". Mit ihr sollen Firmen innerhalb von 48 Stunden gegründet werden können, vollständig digital und für weniger als 100 Euro. Was für Start ups gedacht ist, steht grundsätzlich allen Unternehmen offen – und genau darin sieht ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Meister eine Gefahr. "Durch die schnelle, anspruchslose und unkomplizierte Gründung neuer Gesellschaften können Mitbestimmungsstrukturen gezielt unterlaufen werden", warnt er im Interview mit unserem Infodienst ver.di news (news.verdi.de).

Ein Artikel des Verordnungsentwurfs der EU-Kommission müsse so gelesen werden, dass europaweit das Arbeitsrecht des Staates gelten würde, in dessen Handelsregister das Unternehmen eingetragen sei. Sprich: An den deutschen Standorten einer EU Inc. gilt das irische Kündigungsschutzrecht, wenn das Unternehmen seinen Sitz in Dublin hat. Meister sieht die Gefahr eines Flicken Auch die Mitbestimmung in GmbHs und die betriebliche Mitbestimmung seien in Gefahr. Bestehende Mitbestimmungsstrukturen wie Aufsichtsräte oder Konzernbetriebsräte könnten leichter umgangen werden. red.