Ausgabe 05/2026
Aus den Branchen
Zeig, wo der öffentliche Dienst kaputtgespart wird
H&M kündigt Digital-Konsens auf
Tarifvertrag – Noch vor einem Jahr galt H&M als Vorbild für die faire Gestaltung der Digitalisierung: Betriebsräte und Beschäftigte wurden frühzeitig einbezogen, ein Tarifvertrag schützte vor Kündigungen und Abgruppierungen. Inzwischen hat das Management die Tarifverhandlungen abgebrochen und bestreitet die Erforderlichkeit einer Betriebsrätetagung zur menschengerechten Digitalisierung. Auch die Mitbestimmung bei der Einführung neuer Technologien soll "beschleunigt" und "vereinfacht" werden. Der Gesamtbetriebsrat und ver.di-Aktive fordern deshalb mit einer Online-Petition den Bundestag auf, die Mitbestimmung zu stärken: kurzlinks.de/odg1
Grenzenlose Solidarität
Amazon – Der Aufbau gewerkschaftlicher Strukturen ist in den USA oft mit erheblichen Widerständen verbunden, gerade bei Konzernen wie Amazon. Umso wichtiger ist der internationale Austausch. Im Juni 2026 nahm eine Delegation aus Berlin-Brandenburg für ver.di an der Labor Notes Conference in Chicago teil, einem der größten Gewerkschaftsgipfel der USA. Über 4.000 Gewerkschafter*innen kamen zusammen, darunter rund 300 Amazon-Beschäftigte. Workshops beleuchteten die Situation bei Amazon in den USA, Spanien, Polen, Frankreich und Deutschland. Der Wissens- und Erfahrungsaustausch mit internationalen Kolleg*innen fließt künftig in die Vorbereitung tariflicher Auseinandersetzungen in Amazons Verteil- und Sortierzentren ein. Auch die bundesweite ver.di-Streikkonferenz am 19. und 20. September 2026 brachte Amazon-Beschäftigte aus ganz Deutschland zusammen. Sie diente der Vernetzung und der Vorbereitung auf den kommenden "Make Amazon Pay Day", den internationalen Aktionstag für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen bei Amazon.
Noch ergebnislos
Druckindustrie – Anfang September ist auch die dritte Tarifverhandlungsrunde zwischen ver.di und dem Bundesverband Druck und Medien (BVDM) für die rund 95.000 Beschäftigten in der Druckindustrie ergebnislos zu Ende gegangen. Weiterverhandelt wurde am 1. Oktober nach Redaktionsschluss. Aktuelle Infos unter: verdi.de