Ausgabe 03/2026
Droht jetzt die vierte Insolvenz?
Galeria – Ausgebliebene Mietzahlungen, Kreditwarnungen, drohende Schließungen: Galeria steckt offenbar erneut in der Krise. ver.di fordert Transparenz und ein echtes Zukunftskonzept – für die rund 12.000 Beschäftigten steht wieder alles auf dem Spiel.
Die Lage bei Galeria spitzt sich zu. Nachdem das Unternehmen im März angekündigt hatte, die Mietverträge von acht Standorten neu zu verhandeln, verdichten sich nun die Anzeichen einer erneuten Krise: Laut einem Bericht der Immobilien Zeitung sind bei mehreren Vermietern die April-Mieten bislang nicht eingegangen. Betroffen ist unter anderem die Filiale am Berliner Alexanderplatz. Ein Sprecher der Immobilienfirma Commerz Real bestätigte, dass bisherige Kontaktversuche ins Leere gelaufen seien. In einigen Fällen soll Galeria auch um Stundung gebeten haben. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rät derzeit von Krediten für Galeria ab und stuft eine Geschäftsverbindung als riskant ein. Der Bonitätsindex des Unternehmens liegt weiterhin bei 500 – der schlechteste mögliche Wert beträgt 600.
Für ver.di ist klar: Die Beschäftigten dürfen nicht erneut die Zeche zahlen. Seit mehr als zehn Jahren kämpfen sie bereits um ihre Arbeitsplätze und faire Löhne bei Galeria.
"Es ist seit Jahren ein unerträgliches Ping-Pong-Spiel: Galeria verkauft seine eigenen Immobilien, dann werden diese teuer angemietet, dann beklagt die Galeria-Leitung die hohen Mieten und schließlich sollen die Beschäftigten mit Lohnverzicht oder Jobverlust die Zeche zahlen. Es wird endlich Zeit, dass Mieten und Investitionskosten transparent auf den Tisch kommen," sagte Silke Zimmer, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand.
ver.di fordert seit langem, dass mit den Beschäftigten zusammen ein tragfähiges Zukunftskonzept erarbeitet werden müsse. "Nur so können Perspektiven und neue Glaubwürdigkeit entstehen, die alle so bitter brauchen: Die Kundinnen und Kunden, die Beschäftigten und das Management", betont Silke Zimmer. red